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„Sächsische Zeitung“ : Suche das Beste, und schreibe darüber

  • -Aktualisiert am

Im nagelneuen Newsroom der „Sächsischen Zeitung“ soll gelassene Coffeeshop-Atmopshäre herrschen. Nur die Kaffeemaschine fehlt. Bild: Thomas Kretschel

In der digitalen Welt muss sich das Medium Zeitung bewähren. Für regionale Blätter ist der Wettbewerb hart. Weiß die „Sächsische Zeitung“, wie man besteht? Sie hat große Themen. Ein Redaktionsbesuch.

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          Im Haus der Presse in Dresden genießt man bei gutem Wetter von der gewaltigen Terrasse im zwölften Stock einen königlichen Ausblick. Als Mitarbeiter der "Sächsischen Zeitung" kann man in diesem Ambiente sein Mittagessen einnehmen. Freitags gibt es zum Beispiel Grießbrei, den isst Chefredakteur Uwe Vetterick immer und feixt darüber mit dem Koch. Zwölf Jahre ist er schon im Amt, doch scheint er gerade jetzt richtig aufzublühen. Die "Sächsische Zeitung" muss den Sprung in den bezahlten Online-Journalismus meistern. Als Regionalblatt beschränkt sich die Bekanntheit der "Sächsischen" zwar vor allem auf das Bundesland Sachsen, doch werden unter Vettericks Ägide Dinge ausprobiert, die auch in anderen Teilen Deutschlands Interesse wecken dürften. Die „SZ“, wie sie hier genannt wird, gehört mit täglich knapp 200.000 verkauften Zeitungen und 180 angestellten Journalisten zu den größten Zeitungen Deutschlands. Kurz vor der Landtagswahl, bei der die AfD zweitstärkste politische Kraft werden könnte, lässt sich "die Sächsische" in die Karten schauen.

          Im brandneuen „NewSZroom“ sieht es ein bisschen nach „Star Trek“-Kontrollbrücke aus. An einem erhöhten Tresen sitzen nebeneinander sieben Redakteure vor großen Bildschirmen. Von hier aus werden die Seite eins, die Sachsenseite und alle digitalen Produkte produziert. Die Stimmung ist gelassen, Stichworte zu Artikeln fliegen umher. Man habe sich viele Modelle angesehen, auch in Übersee und Norwegen beim „Aftonbladet“, und sich dann für eine Coffeeshop-Atmosphäre entschieden. Denn im Coffeeshop, ob in Wien, Berlin oder Leipzig, säßen die verschiedensten Menschen zusammen, läsen in Zeitungen, auf Tablets, am Smartphone. Nur eins fehlt: die Kaffeemaschine. Wegen der Lautstärke des Mahlwerks habe man entschieden, beim Filterkaffee zu bleiben.

          Es braucht Zeit, Einsatz, Impulse

          Vetterick macht sich keine Illusionen, man steht in puncto digitaler Entwicklung am Anfang. Erst seit letztem Winter steht der Verkauf digitaler Abonnements ganz oben auf der Agenda. Mit knapp viertausend Digitalkunden ist der Start gemacht.

          In der Mediennutzung hat man festgestellt, dass es fast keine Überschneidung zwischen Print- und Digital-Lesern gibt. Die Print-Abonnements sind rückläufig. Die Entwicklung des Digitalen ist alternativlos, aber nicht so leicht umzusetzen. Das Selbstverständnis der Redaktion und der Arbeitsablauf lassen sich aufs Netz nicht eins zu eins übertragen, sind aber notwendig für den Zeitungsbetrieb, der den Kern der „Sächsischen Zeitung“ ausmacht. Um diesen zu erhalten und als Basis für die Entwicklung des Digitalen zu nutzen, braucht es Zeit, Einsatz, Impulse.

          Hat Print und Online im Blick: Chefredakteur Uwe Vetterick

          Uwe Vetterick formuliert ein im Journalismus eher ungewöhnliches Selbstverständnis, welches wohl auch von seiner Zeit beim Springer-Verlag geprägt ist: Die Zeitung, sagt er, sei zuallererst ein Produkt, für das die Leser bezahlen. Der bessere Journalismus sei derjenige, für den Menschen zahlen wollen. Da man annehmen könne, dass die in der Vergangenheit gewonnenen Kunden aus guten Gründen treu sind, bestehe auch kein Rechtfertigungszwang für Bisheriges. Das Produkt gedruckte Zeitung funktioniere.

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