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Roseannes Tweets : „Das sollte ein lehrreicher Moment sein“

Aus die Maus: Nach rassistischen Tweets wurde Roseanne Barrs gleichnamige Sitcom „Roseanne“ vom Sender ABC abgesetzt. Bild: Reuters

Ärger mit den Sitcom-Kollegen, Beifall von der Konzernspitze: So reagiert Amerika auf die rassistischen Tweets von Roseanne Barr und die Absetzung ihrer Sitcom durch den Fernsehsender ABC.

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          Aus ihrer Bewunderung für den amtierenden amerikanischen Präsidenten Donald Trump hat die Schauspielerin Roseanne Barr nie einen Hehl gemacht. Der jüngst durch ABC wiederbelebten amerikanischen Sitcom, die ihren Vornamen trägt und die von 1988 bis 1997 vom selben Sender produziert wurde, hat das Rekordquoten beschert. Sollte sie doch mit allerlei derben Späßen und Sprüchen zeigen, wie man im amerikanischen Arbeitermilieu denkt und spricht.

          Axel Weidemann
          Redakteur im Feuilleton.
          Manon Priebe
          Redakteurin.

          Mit Roseanne Barr, John Goodman, Sara Gilbert, Laurie Metcalf, Michael Fishman und Lecy Goranson ist so gut wie die komplette Originalbesetzung bei der Neuauflage dabei. Es gäbe „wirklich niemand besseren, unser modernes Amerika zu kommentieren, als Roseanne“, hatte ABC-Chefin Channing Dungey bei der Ankündigung gesagt.

          Jetzt ist die Hauptdarstellerin mit ihren persönlichen Kommentaren weit über das Ziel hinausgeschossen: Nachdem Roseanne Barr mit später wieder gelöschten rassistischen Äußerungen auf Twitter einen Sturm der Entrüstung entfacht hatte, ist die Show von ABC ohne Umschweife abgesetzt worden. Channing Dungey verurteilte den Tweet von Barr als „verabscheuungswürdig, abstoßend und nicht vereinbar mit unseren Werten“.

          Barr hatte Valerie Jarrett, einer ehemaligen Beraterin des vormaligen Präsidenten Barack Obama, die als Kind amerikanischer Eltern in Iran geboren wurde, in einem Tweet Verbindungen zu den Muslimbrüdern unterstellt und sie mit einem Affen verglichen. Wenig später löschte sie die Kurzmitteilung und entschuldigte sich bei Jarrett.

          Die Reaktionen auf ihre Tweets fielen heftig aus. So kommentierte Disney-Chef Robert Iger, zu dessen Konzern der Sender gehört, die ABC-Entscheidung, die Show abzusetzen, als „einzig richtige“ Möglichkeit.

          Wie der Fernsehsender MSNBC berichtete, gab Valerie Jarrett dem Sender gegenüber an, Iger habe ihr die Nachricht von der Absetzung der Sitcom zuvor persönlich per Telefon mitgeteilt. Für Barr, sagte Jarett, „sollte das ein lehrreicher Moment“ sein.

          Roseanne Barr fütterte ihren Account die ganze Nacht über mit Statements und machte einige Wandlungen durch, bis sie sich darauf verlegte, lediglich Zuspruch von anderen auf ihrem Twitter-Account zu veröffentlichen.

          Nach ihrer ersten Entschuldigung und einer Ankündigung, sie werde „Twitter verlassen“, schrieb sie, man möge sie nicht verteidigen: „Es ist süß von euch, es zu versuchen, aber meine Show zu verlieren ist nichts, verglichen damit, für einen Tweet, den ich umso mehr bereue, als Rassistin beschimpft zu werden.“

          Die Schauspielerin Sarah Gilbert, die in der Serie Roseannes Tochter Darlene Conner spielt, distanzierte sich derweil von Barr und ihrem Benehmen: „Roseannes jüngste Bemerkungen über Valerie Jarret und vieles mehr sind verabscheuungswürdig und spiegeln nicht die Überzeugungen des Ensembles, der Crew oder von irgendjemandem, der mit der Show zu tun, hat wider.“

          Denkwürdig: Der Journalist Glenn Fleishman hatte bereits am 30. März auf Twitter gepostet, dass die Sitcom durch ein Fehlverhalten von Seiten Barrs in Schwierigkeiten geraten würde.

          Der Schauspieler und Stand-Up-Comedian Kumail Nanjani freute sich zwar über die Absetzung, prophezeite aber einen ohrenbetäubenden Albtraum, den die Absetzung der Sitcom nach sich ziehen werde.

          Auf Instagram ließ Pete Souza, der ehemalige Fotograf von Barack Obama im Weißen Haus, Bilder sprechen. Er veröffentlichte ein Foto von Obama mit Valerie Jarrett. Darunter der Kommentar „Hi VJ. Bye Roseanne.”

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