https://www.faz.net/-gqz-8iqh5

Dankbarkeit und Trauer : Weggefährten nehmen Abschied von Götz George

  • Aktualisiert am

Götz Georges Filmpartnerin Veronica Ferres – im Film „Rossini, oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief“ Bild: Allstar/Constantin Film

Die Trauer über den Tod von Götz George ist groß. Allerorts wird der Schauspieler als Ausnahmetalent gewürdigt, dessen künstlerisches Wirken weit über seine Rolle als „Tatort“-Kommissar hinaus ging.

          2 Min.

          Prominente aus ganz Deutschland haben bestürzt auf den Tod von Götz George reagiert. Für Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) war er „einer der größten deutschen Schauspieler“, Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) nannte seinen Tod einen „unersetzlichen Verlust für die Fernseh- und Kinokunst im ganzen deutschsprachigem Raum“.

          In zahlreichen Trauerbekundungen wird an die prägende Rolle des Horst Schimanski erinnert, die George in 29 „Tatort“-Folgen und in weiteren siebzehn Filmen der gleichnamigen Reihe spielte. Die Moderatorin Dunja Hayali verabschiedete sich mit einem leisen „Mach's gut Schimanski“, Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) mit „Adieu, Schimmi.“ Den bayrischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) begeisterte an George, dass er „nicht so gelackt und so geschliffen“ gewesen sei, während ihn sein Parteikollegen und Finanzminister Markus Söder Horst als „besten Tatortkommissar ever“ bezeichnete.

          Der Berliner Bürgermeister Michael Müller (SPD) verwies über die Schimanski-Rolle hinaus auf Georges vielfältiges künstlerisches Wirken in vielen weiteren Film- und Fernsehproduktionen, aber auch auf der Theaterbühne. Berlin verneige sich aus diesem Grund „in Dankbarkeit und Trauer vor einem großen Künstler und überzeugten Berliner“, den man nicht vergessen werde. Auch für Katrin Göring-Eckardt, die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, bleibe, auch wenn George von uns gegangen sei, „Schimanski und vieles mehr“.

          Stellvertretend für die Stadt Duisburg würdigte Oberbürgermeister Sören Link den Schauspieler, denn keine andere Filmfigur sei so eng mit der Stadt verbunden wie ebenjener „Horst Schimanski“. 2014 wurde in Duisburg-Ruhrort, wo zahlreiche „Tatort“-Folgen gedreht wurden, eine Straße offiziell in „Horst-Schimanski-Gasse“ umbenannt. Für Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD), für die George ein Mann „voller Energie und Empfindsamkeit“ war, habe der Schauspieler „ein Stück NRW-Geschichte geschrieben“.

          Obwohl „Schimanski“ nur fiktiv ermittelte, ist die Trauer auch bei der Polizei groß. Laut NRW-Landesvorsitzendem des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Sebastian Fiedler, war er „gefühlt auch immer einer von uns“. George habe mit der Interpretation seiner Figur den Typus eines Kriminalbeamten geschaffen, „der es zwar im Zweifel mit den Dienstvorschriften nicht immer so genau nahm, jedoch stets mit Leib und Seele auf Verbrecherjagd ging“. Dienstellen aus ganz Deutschland gedachten des Duisburger „Tatort“-Ermittlers in Tweets und sprachen ihm ihren Dank aus.

          WDR-Intendant Tom Buhrow, dessen Sender den „Tatort“ und die Krimireihe „Schimanski“ mit George produziert hatte, würdigte den Schauspieler und Menschen als einen „Giganten des deutschen Films, der in ganz unterschiedlichen Genres zu Hause war“. Indes bezeichnete der ARD-Programmdirektor Volker Herres Georges „Präsenz und die Intensität seines Spiels“ als „unvergleichlich“. Die „vielleicht größte Rolle“ habe er gespielt, als er im Dokudrama „George“ in die Rolle seines früh verstorbenen Vaters Heinrich George geschlüpft sei – Vater und Sohn stünden laut Herres nun beide als „Jahrhundertschauspieler“ auf einer Stufe.  

          Auch Schauspielkollegen nehmen mit großer Trauer Abschied von George. Für Armin Mueller-Stahl war er „der Beste, den wir hatten“, Hannes Jaenicke bezeichnete ihn als sein „Idol und filmischer Ziehvater“. Jan-Josef Liefers erinnerte an die Begegnungen, die er mit George in verschiedenen Rollen hatte und schrieb ehrerbietig: „Der Hauptgewinn ist, einmal von Götz George verhaftet zu werden.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Neue Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag: Amira Mohamed Ali

          Amira Mohamed Ali : Linke Blitzkarriere

          Amira Mohamed Ali ist die erste Muslima an der Spitze einer Bundestagsfraktion. Die Linken-Politikerin bezeichnet sich als „Anti-Kapitalistin“ – zumindest damit hat sie etwas mit ihrer Vorgängerin Sahra Wagenknecht gemein.

          Bevölkerungswachstum : „Ein politisch heikles Thema“

          Die Demographie-Forscherin Alisa Kaps über die Weltbevölkerungskonferenz, schwierige Gespräche mit afrikanischen Regierungschefs, Gegenwind von Abtreibungsgegnern und darüber, wie Rechtspopulisten das Thema Bevölkerungswachstum besetzen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.