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Neues vom RBB-Skandal : So schön ist Ruhegeld

Beim RBB brennt noch Licht: Die Aufdeckung finanzieller Fragwürdigkeiten im Sender scheint noch lange nicht zu Ende zu sein. Bild: dpa

Wer aus einem Topjob im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ausscheidet, bekommt danach, zumeist bis Lebensende, üppiges „Ruhegeld“. Beim RBB gibt es dafür ein weiteres prominentes Beispiel.

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          Im Skandal um den Rundfunk Berlin-Brandenburg, der mit Enthüllungen über das Gebaren der inzwischen fristlos gekündigten Intendantin Pa­tricia Schlesinger im Sommer seinen Anfang nahm, kann man so langsam den Überblick verlieren. Da ging und geht es um das Gehalt Schlesingers, ihre Spesen, Geschäftsessen, Kosten für den Büroumbau, Verträge mit Immobilienberatern, das geplante „Digitale Medienhaus“, Boni-Zahlungen für die gesamte Senderspitze und das Geflecht, in dem Schlesinger, ihr Ehemann, der frühere „Spiegel“-Journalist Gerhard Spörl, und der frühere RBB-Verwaltungsratschef Wolf-Dieter Wolf mutmaßlich steckten. Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin er­mittelt wegen des Verdachts des Betrugs und der Vorteilsannahme, die Beschuldigten bestreiten die Vorwürfe, die Affäre hat die ganze ARD in die Krise gestürzt.

          Ein ausgefeiltes Bereicherungssystem

          Michael Hanfeld
          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Das ist die eine Seite der Medaille. Die andere ist das Bereicherungssystem, in das nicht nur Schlesinger verwickelt war, sondern das die Geschäftsführung im RBB generell geprägt zu haben scheint, auch vor Schlesingers Zeiten, die dann noch einmal so richtig draufsattelte. Darauf deutet die finanzielle Rundum-sorglos-Absicherung von Spitzenmitarbeitern hin, die nicht mehr für den Sender arbeiten, aber trotzdem Geld erhalten. Zuletzt wurde bekannt, dass der frühere RBB-Chefredakteur Christoph Singelnstein, der im März 2021 vorzeitig abgelöst wurde, Anspruch auf Ruhegeld und Pension und obendrein auch noch einen Beratervertrag hat, sodass er als Privatier auf 15 .000 Euro im Monat kommt, ohne für den RBB einen Finger rühren zu müssen.

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