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Rangliste der Pressefreiheit : Zu viel ausgespäht - Amerika fällt zurück

Dass „Whistleblower“ Snowden in den Vereinigten Staaten verfolgt werde, sei kein gutes Zeichen für die freie Presse, sagt Reporter ohne Grenzen. Die NSA-Kritikerinnen, die im Januar in Washington demonstrierten, würden wohl zustimmen Bild: Reuters

Die neue Rangliste der Pressefreiheit steht im Zeichen der Snowden-Enthüllungen: Amerika rutscht ab, Deutschland rückt auf. In Griechenland sieht es finster aus.

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          Deutschland steht gut da in der neuen „Rangliste der Pressefreiheit“, die jährlich von der Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) veröffentlicht wird: auf Platz vierzehn von 180 Ländern. Das ist eine Verbesserung um drei Plätze oder ein Rang im oberen Mittelfeld der EU-Staaten. Zum Vergleich: Großbritannien sackte drei Plätze ab und erreicht in der aktuellen Liste Platz 33. Frankreich rutschte einen Platz nach unten auf Rang 39. Italien nach Berlusconi dagegen kletterte um neun Plätze auf Rang 49.

          Ursula Scheer

          Redakteurin im Feuilleton.

          Die „Rangliste der Pressefreiheit“ wird auf der Grundlage von Fragebögen erstellt. Ausgewählte Korrespondenten, Journalisten, Wissenschaftler, Juristen und Menschenrechtsaktivisten beantworten die Fragen der Organisation. In diesem Jahr steht sie im Zeichen der Geheimdienst-Affären.

          Die Vereinigten Staaten verloren dreizehn Plätze und landet nur noch auf dem 46. Rang, das ist ein Platz zwischen Haiti und Rumänien. Die staatliche Verfolgung investigativer Journalisten und ihrer Hinweisgeber aus den Sicherheitsbehörden habe in Amerika ein „nie gekanntes Ausmaß erreicht“, mahnt der Bericht, das zeige die Jagd auf den „Whistleblower“ Edward Snowden. ROG verweist auch auf die Ausspähung des Enthüllungsjournalisten Glenn Greenwald in Großbritannien. In Japan leide die Pressefreiheit unter dem neuen Gesetz gegen den Verrat von „Staatsgeheimnissen“. Das Land verliert fünf Plätze und belegt nun Rang 59 und wird zum direkten Listennachbarn von Chile und Mauretanien. Russland steht nahezu unverändert auf dem 148. Platz.

          In Deutschland schwindet die Vielfalt

          Auch in Deutschland sei die Überwachung durch Geheimdienste ein wachsendes Problem. Mit Blick auf die Bundesrepublik moniert ROG jedoch vor allem die schwindende Medienvielfalt. Zusätzlich mache sich versteckte Werbung immer weiter in den Medien breit - so die Kritik. Auch die Bedrohung von Reportern durch Neonazis, Islamisten und Kriminelle sei besorgniserregend.

          Die europäischen Länder, in denen sich die Situation der Medien im vergangenen Jahr – die Liste erfasst Daten vom 1. Dezember 2012 bis zum 15. Oktober 2013 – massiv verschlechtert habe, seien Griechenland (Rang 99), wo der Sparkurs das Ende des staatlichen Rundfunks bedeutete, und Ungarn (Rang 64) mit seinem umstrittenen Mediengesetz.

          Die drei Länder, in denen die Medien nach Einschätzung der ROG die größte Freiheit genießen, sind dieselben wie im Vorjahr: Finnland, die Niederlande und Norwegen. Auch am Ende der Liste hat sich nichts getan. Die Schlusslichter sind Syrien,Turkmenistan, Nordkorea und Eritrea.

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