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Folterstaat : Wieder Hiebe für Badawi

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Soll abermals ausgepeitscht werden: Der saudische Blogger Raif Badawi. Bild: Reuters

Dem saudischen Blogger Raif Badawi droht weitere Folter. Aus vertraulicher Quelle will Badawis Frau erfahren haben, dass ihr Mann abermals ausgepeitscht werden soll.

          Der saudische Blogger Raif Badawi soll abermals ausgepeitscht werden. Das haben seine Frau Ensaf Haidar und die Gründerin der Raif-Badawi-Stiftung, Evelyne Abitbol, aus vertraulicher Quelle erfahren, wie sie der „Bild“-Zeitung sagten. Badawi hatte ein Online-Portal mitbegründet und Artikel veröffentlicht, in denen er für die Religionsfreiheit eintrat. Deshalb war er von der saudischen Religionspolizei verhaftet und 2014 zu zehn Jahren Gefängnis, tausend Peitschenhieben und einer hohen Geldstrafe verurteilt worden. Das Gericht befand, er habe den Islam beleidigt.

          Fünfzig Peitschenhiebe musste Badawi im Januar 2015 schon erleiden. Weil er dadurch lebensgefährlich verletzt und die Weltöffentlichkeit auf den Fall aufmerksam geworden war, setzte die saudische Justiz die weitere Folter aus. Nun soll Badawi, wie die nach ihm benannte Stiftung mitteilt, unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgepeitscht werden. Von saudischer Seite gebe es bislang keine offizielle Stellungnahme zu dem Fall, berichtet der „Guardian“. Evelyne Abitbol von der Raif-Badawi-Stiftung sagte, sie sei von derselben Quelle informiert worden, die schon 2015 Badawis Ehefrau gewarnt hatte, dass die öffentliche Auspeitschung ihres Mannes bevorstehe.

          Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit hat unterdessen den nach dem inhaftierten Blogger benannten Raif Badawi Award vergeben. Er geht an das Flüchtlingsradioprogramm des Radio Dange NWE („Neue Stimme“) in Halabja, im Nord-Irak.

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