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Quandt-Familie : „Die Vorwürfe bewegen uns“

Personalchef bei Afa: Herbert Quandt, Sohn von Günther Quandt Bild: picture-alliance / dpa

Die ARD hatte die Dokumentation „Das Schweigen der Quandts“ kurzfristig ins Programm genommen. Die Unternehmerfamilie reagierte nun auf den Film über ihre NS-Vergangenheit. Ein Forschungsprojekt soll sich fortan mit der Aufarbeitung befassen.

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          Der ARD-Film „Das Schweigen der Quandts“, so darf man sagen, schreibt Geschichte. Denn die Recherche der Autoren Eric Friedler und Barbara Siebert, in der sie das bislang unbeschriebene Wirken der Industriellendynastie in der NS-Zeit erhellen, nach fünfjähriger Recherche, hat nicht nur ein großes Echo gefunden. Auch die Familie Quandt geht denkbar umfassend auf den Film ein, den die ARD am vergangenen Sonntag kurzfristig ins Programm genommen hat: Sie will ein Forschungsprojekt zur Aufarbeitung ihrer eigenen Geschichte ins Leben rufen.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Im Zuge des „an wissenschaftlichen Kriterien ausgerichteten“ Projekts solle die Rolle der Unternehmerfamilie in der NS-Zeit von einem Historiker geklärt werden, teilten die Familienmitglieder Susanne Klatten, Gabriele Quandt-Langenscheidt, Sven Quandt und Stefan Quandt mit.

          „Geschichte noch nicht ausreichend aufgearbeitet“

          „Die Vorwürfe“, heißt es, „die gegen unsere Familie erhoben werden, haben uns bewegt. Wir erkennen, dass die Jahre 1933 bis 1945 in unserer Geschichte als deutsche Unternehmerfamilie noch nicht ausreichend aufgearbeitet sind.“ Man wolle an dieser Aufklärung mitwirken, „indem wir die Akten und Dokumente, die sich in unseren Archiven befinden, dem Historiker zur Verfügung stellen. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts werden wir der Öffentlichkeit vorlegen.“

          In ihrer Dokumentation (siehe: Fernsehkritik: „Das Schweigen der Quandts“) hatten Eric Friedler und Barbara Siebert den Aufstieg der Gründerfigur Günther Quandt in der NS-Zeit beschrieben, vor allem die Geschichte der Batterien-Firma „Afa“, die, wie ein Experte im Film sagte, in Hannover-Stöcken „ein konzerneigenes KZ“ betrieben habe. Günther Quandt war „Wehrwirtschaftsführer“, sollte vor dem Kriegsverbrechertribunal in Nürnberg angeklagt werden, wurde später aber als „Mitläufer“ eingestuft. Ein einstiger Ankläger des Tribunals sagte angesichts des Materials, das die NDR-Autoren fanden, dass Quandt hätte verurteilt werden müssen.

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