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Putins Propaganda : Siegeszeichen für die Ukraine

Der ukrainische Soldat Mykhailo Dianov am 11. Mai im belagerten Stahlwerk Asowstal in Mariupol (oben) und nach seiner Freilassung aus russischer Kriegsgefangenschaft am 22. September in der Region von Tschernihiw Bild: AFP

Putin verfügt eine „Teilmobilmachung“. Sein Sprecher Peskow redet weiter von „Spezialoperation“. Vor der will sich Peskows Sohn drücken. Indes kommen Kämpfer des ukrainischen Asow-Regiments frei. Und zeigen ihren Widerstandswillen.

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          Die verbale Akrobatik, mit welcher der russische Machthaber Wladimir Putin den Krieg gegen die Ukraine begleitet, ist beachtlich. Er verkündet eine „Teilmobilisierung“, wie man sie für einen Krieg braucht. In diesem, redet er den russischen Bürgern ein, befinde sich das Land mit der NATO und dem Westen. Der Angreifer erklärt sich zum Angegriffenen, der Täter zum Opfer, das ist das Schema der russischen Kriegspropaganda seit dem Beginn des Überfalls auf die Ukraine. Gleichwohl gilt der Krieg weiterhin als „militärische Spezialoperation“, wie der Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag in Moskau sagte, einen Tag nachdem Putin die Mobilmachung verkündet hatte.

          Michael Hanfeld
          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Doch auch den Spagat werden seine Propagandisten problemlos mitmachen. Denn ob „Spezialoperation“ oder Krieg – in der Sendung des Putinvertrauten Wladimir Solowjow auf Rossija 1 hieß es schon Anfang der Woche, dass Atomangriffe auf Berlin und Großbritannien dazugehören. Den „durchgefütterten deutschen Bürgern“, deren Hintern schon jetzt anfingen zu frieren, kündigte der General a. D. Andrej Guruljow einen Atomschlag auf Berlin an, und Großbritannien werde man auf einen Schlag in eine „Mars-Wüste“ verwandeln. Das dauere nur drei Minuten. Dann gebe es für den Westen nichts mehr zu verteidigen.

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