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Prozess gegen Journalisten : Deniz Yücel sagt vor deutschem Gericht aus

  • Aktualisiert am

Seine Aussage macht er in Berlin, nicht in der Türkei: Deniz Yücel. Bild: dpa

In der Türkei steht der frühere „Welt“-Korrespondent Deniz Yücel weiterhin wegen vermeintlicher „Terrorpropaganda“ unter Anklage. Er saß ein Jahr in Untersuchungshaft. Jetzt sagt er vor Gericht aus, allerdings nicht in der Türkei.

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          Der in der Türkei wegen Terrorpropaganda und Volksverhetzung angeklagte Journalist Deniz Yücel sagt am Freitag vor dem Amtsgericht Tiergarten in Berlin aus. Das teilte eine Sprecherin der Berliner Strafgerichte auf Anfrage mit. Der Termin findet nichtöffentlich statt. Das zuständige Gericht in der Türkei hatte im vergangenen Jahr verfügt, dass der deutsch-türkische Journalist seine Aussage in dem Verfahren gegen ihn auch in Deutschland tätigen kann. Die Modalitäten einer solchen „kommissarischen Vernehmung“ regeln Rechtshilfeabkommen zwischen beiden Ländern. Vor dem Istanbuler Gericht ist der nächste Termin im Prozess gegen Yücel für den 16. Juli angesetzt.

          Der damalige Türkei-Korrespondent der „Welt“ saß von Ende Februar 2017 an im Hochsicherheitsgefängnis Silivri nahe Istanbul in Untersuchungshaft. Nachdem die Staatsanwaltschaft knapp ein Jahr später eine Anklageschrift gegen den ihn vorlegte, verfügte ein Gericht seine Freilassung. Yücel verließ anschließend die Türkei, wo ihm bis zu achtzehn Jahre Gefängnis drohen.

          Der Prozess gegen Yücel begann im Juni 2018 in seiner Abwesenheit. Yücel hatte seit 2015 für die „Welt“ aus der Türkei berichtet und sich in Artikeln kritisch über den Kurdenkonflikt und den Putschversuch im Juli 2016 geäußert. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnete Yücel in einer Rede als „PKK-Vertreter“ und „deutschen Agenten“.

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