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Proteste in Seattle : Wie man die Wut auf der Straße zeigt

  • -Aktualisiert am

Ort der Kontraste: Ein Passant geht in Seattles Capitol Hill an einer umgedrehten amerikanischen Flagge vorüber. Bild: Getty

Blick in die Hölle oder Straßenfest, autonome Zone oder Weltverbesserungs-Quartier? In der Berichterstattung zur Besetzung des Capitol Hill konnten die Bilder nicht gegensätzlicher sein.

          5 Min.

          Als Demonstranten am 8. Juni nach tagelangen Auseinandersetzungen mit der Polizei ein Viertel in Seattle besetzten und zur polizeifreien Zone erklärten, zog das viel Medienaufmerksamkeit auf sich – noch bevor Seattles Bürgermeisterin Jenny Durkan das Gebiet nach Schießereien mit zwei Todesopfern am 1. Juli durch die Polizei räumen ließ. Aber was sich hinter den Barrikaden von Chaz, der Capitol Hill Autonomous Zone, später in Chop, Capitol Hill Organized Protest, umbenannt, abspielte, das war gar nicht so leicht auszumachen. An den „Black Lives Matter“-Demonstrationen entzünden sich in Amerika die politischen Gemüter, und das ließ unglücklicherweise auch die Medien nicht unberührt.

          Bei Fox News offenbarten die Bilder einen Blick in die Hölle: Zu dräuender Musik sah man hier Junkies, die ins Leere stierten, einen Halbnackten, der mit einer leeren Flasche umhertanzte, eingenässte Hosen. Man sah finster dreinblickende, schwergewichtige Afroamerikaner mit einem Gewehr im Arm durch die Straßen marschieren und mehrere Handgemenge. Demnach war das Leben in der selbsterklärten autonomen Zone in Seattles Innenstadt zweifellos eine Ansammlung von Anarchisten und Suchtkranken, von Elend und Gewalt und Nihilismus – ein einziger Albtraum.

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