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Pro Sieben Sat.1 : Wir müssen unsere Strategien hinterfragen

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„Brauchen keinen Vorstandsvorsitzenden, der ihnen erklärt, wie das Fernsehen der Zukunft funktioniert” - Götz Mäuser über die Wahl Thomas Ebelings Bild: dpa

Pro Sieben Sat.1 bekommt einen neuen Chef. Die Suche war beschwerlich, die Berufung ist - um das Mindeste zu sagen - eine Überraschung. Ein Gespräch mit dem Pro-Sieben-Sat.1-Aufsichtsratsvorsitzenden Götz Mäuser.

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          Pro Sieben Sat.1 bekommt einen neuen Chef. Die Suche war beschwerlich, die Berufung ist - um das Mindeste zu sagen - eine Überraschung. Ein Gespräch mit dem Pro-Sieben-Sat.1-Aufsichtsratsvorsitzenden Götz Mäuser.

          Herr Mäuser, mit Thomas Ebeling soll ein früherer Pharmamanager Pro Sieben Sat.1 führen. Wie sind Sie denn auf diese Idee gekommen?

          Herr Ebeling erfüllt in der Rolle des neuen Vorstandschefs zwei Anforderungen, die für uns entscheidend sind. Er hat bewiesen, dass er ein internationales und komplexes Unternehmen führen kann und er bringt frischen Wind und neue Perspektiven ins Unternehmen - eine Infusion von Know-How und Energie.

          Fernseh-Know-How hat er nicht.

          Er hat keine spezifische Fernseherfahrung, aber das ist nicht entscheidend. Wir haben genug gute Fernsehmanager bei Pro Sieben Sat.1. Die brauchen keinen Vorstandsvorsitzenden, der ihnen erklärt, wie das Fernsehen der Zukunft funktioniert.

          Wieso haben Sie dann vergeblich versucht mit Bertelsmann-Finanzchef Thomas Rabe einen Fachmann zu holen, wenn solche Expertise nicht nötig ist?

          Zu anderen Kandidaten als zu Thomas Ebeling möchte ich mich nicht äußern.

          Wie soll der neue Chef denn beurteilen, wie gut oder schlecht die Ideen seiner Leute sind, wenn er selbst vom Fernsehen nichts versteht?

          Herr Ebeling hat erfolgreich bei Unternehmen wie Reemtsma, Pepsi und Novartis gearbeitet. Das zeigt, dass er sich in neue Themen einarbeiten kann. Wir haben mit ihm einen Ausnahmemanager gewinnen können.

          Was sind seine drängendsten Aufgaben?

          2009 wird für die ganze Medienbranche ein sehr schwieriges Jahr. Ziel muss es sein, Pro Sieben Sat.1 gut durch diese schwere See zu bringen. Es geht darum, Dinge die schon auf den Weg gebracht sind - zum Beispiel den Umzug des Senders Sat.1 von Berlin nach München - erfolgreich umzusetzen. Zugleich muss das Management den Blick aber auch über das nächste Jahr hinaus richten und das Unternehmen wieder nachhaltig auf Wachstumskurs bringen.

          Was heißt das konkret?

          Wir sind durch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise an einem Punkt angelangt, an dem wir hinterfragen müssen, ob unsere Strategien noch die richtigen sind oder ob wir sie nicht hier und dort anpassen müssen. Das wirtschaftliche Umfeld hat sich nun einmal dramatisch verändert.

          Bleiben die Auslandssender von SBS Teil von Pro Sieben Sat.1?

          Natürlich, daran wird sich nichts ändern. Die Expansion in Europa war für Pro Sieben Sat.1 richtig und sie bleibt richtig.

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