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Privatfernsehen : RTL 2 bekommt einen neuen Chef

Neuer Chef bei RTL 2: Andreas Bartl Bild: Pro Sieben Sat.1

Jochen Starke hört nach fast zehn Jahren an der Spitze von RTL 2 auf. Er geht, wie es heißt, aus privaten Gründen. Sein Nachfolger Andreas Bartl hat lange bei der großen Konkurrenz den Ton angegeben.

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          Eigentlich war der Sender RTL 2 mit seinen drei Eigentümern stets für etwas Krawall gut. RTL, der Bauer-Verlag, die Tele-München-Gruppe von Herbert Kloiber und als Minderheitsgesellschafter Burda waren sich nicht immer einig. Sie fetzten sich gerne dann und wann – vor allem, wenn immer es darum ging, ob der Sender vornehmlich Geld abwerfen oder auch ein halbwegs vorzeigbares Programm bringen sollte. Das fand mitunter in aller Öffentlichkeit statt, bis - im Jahr 2005 Jochen Starke die Geschäftsführung von RTL 2 übernahm.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Da war plötzlich Ruhe im Karton. Starke führte den Sender geräusch- und reibungslos und positionierte ihn gut in der zweiten Liga der Privatsender. Zum 1. Juni nun gibt Starke seinen Posten auf, aus persönlichen Gründen, wie es heißt. Sein Nachfolger hat bei der großen Konkurrenz lange Jahre den Ton angegeben: Andreas Bartl war bis Ende 2012 Vorstand Fernsehen bei Pro Sieben Sat.1.

          „Berlin- Tag und Nacht“ brachte den Erfolg

          Jochen Starke hat seine gesamte Karriere bei RTL 2 gemacht. Er begann dort 1993 im Controling, wurde kaufmännischer Leiter und dann Geschäftsführer. Gigantische Sprünge machte RTL 2 mit ihm nicht, aber der Sender fand eine konstant erfolgreiche Mischung, mit Kinoblockbustern und Filmen vornehmlich aus dem Action-Genre, aber auch mit einem Vorabendprogramm, das stilprägend geworden ist: Von dem Erfolg von „Berlin - Tag & Nacht“ und „Köln 50667“ würden sich andere gerne eine Scheibe abschneiden.

          Das ist nun die Aufgabe von Andreas Bartl, der lange bei Pro Sieben Sat.1 wirkte. Er war Programmchef, Geschäftsführer von Kabel Eins, dann von Pro Sieben. Er gilt als jemand, der gerne kreativ gestaltet und nicht nur Kosten kalkuliert, als Vorstand bei Pro Sieben Sat.1 ging es für ihn aber vor allem darum, den Umbau des Konzerns mitzugestalten.

          Jochen Starke bedankte sich zum Abschied bei Mitarbeitern und Gesellschaftern. Nach mehr als zwanzig Jahren sei es für ihn nun an der Zeit, „ein neues Kapitel“ aufzuschlagen, er wolle sich zunächst einmal seiner jungen Familie widmen. Andreas Bartl teilte mit, er freue sich schon darauf, mit RTL 2 einen „immer wieder innovativen und gut positionierten“ Sender zu führen.

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