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Medien gegen Trump : „Wir sind nicht der Feind“

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In der Bekämpfung der Medien lässt er nicht nach: Der amerikanische Präsident Donald Trump Bild: AP

Hunderte amerikanische Zeitungen veröffentlichen heute zeitgleich Leitartikel für die Pressefreiheit und wehren sich gegen die Angriffe von Präsident Trump. Nicht alle Medien sind jedoch von der Aktion begeistert.

          Fast 350 Zeitungen in den Vereinigten Staaten folgten einem Aufruf des „Boston Globe“: Die Zeitung hatte Medien im ganzen Land dazu eingeladen, am heutigen Donnerstag Leitartikel zu veröffentlichen, in dem sie die Pressefreiheit gegen die häufigen Angriffe Donald Trumps verteidigen. Der amerikanische Präsident bezeichnete die amerikanischen Medien wiederholt als „Fake News“ oder „Feind des amerikanischen Volkes“.

          Unter den Medien, die sich an der Aktion beteiligten, sind die „New York Times“, der „Dallas Morning“, die „Denver Post“ und der „Philadelphia Inquirer“, aber auch zahlreiche kleinere Blätter. Einige Veröffentlichungen erschienen bereits einen Tag zuvor online.

          „Wir sind nicht der Feind“, erklärt die Mercury News in San Jose, Kalifornien. Die „St. Louis Post-Dispatch“ bezeichnet Journalisten als „die wahrsten aller Patrioten". Die „Chicago Sun-Times“ schreibt, sie glaube, die meisten Amerikaner wüssten, dass Trump Unsinn rede. Eine Tageszeitung in North Carolina hofft, dass „alle Unterstützer des Präsidenten erkennen werden, was er tut – die Realität manipulieren, um zu bekommen, was er will.“

          Erfolg der Aktion bleibt unklar

          Das „Wall Street Journal“ nahm nicht an der Aktion teil und begründete dies in einer Kolumne von James Freeman damit, dass die Bemühungen des „Boston Globe“ der Unabhängigkeit zuwiderliefen, die die Redaktionen behaupten zu versuchten. Freeman schrieb, dass Trump genauso das Recht auf freie Meinungsäußerung habe wie seine Mediengegner.

          Es bleibt unklar, wie viel Einfluss die Aktion haben wird. Zeitungsredaktionen hatten Trumps Kandidatur 2016 mit überwältigender Mehrheit abgelehnt, dennoch hat er die Präsidentschaftswahl gewonnen. Meinungsumfragen belegen, dass die Einstellung von Republikanern gegenüber den Medien in den letzten Jahren negativer geworden ist: Laut einer Erhebung des Pew Research Centers sagten 85 Prozent der Republikaner und ihrer Sympathisanten im Juni 2017 , dass nachrichtliche Medien einen negativen Effekt auf das Land hätten – im Vergleich zu 68 Prozent im Jahr 2010.

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