https://www.faz.net/-gqz-97vck

Pressefreiheit in Kamerun : Journalist im Haus von ehemaligem Minister in Hundezwinger gesperrt

  • Aktualisiert am

Über seine Regierungsumbildung hatte der Reporter berichtet: Kameruns Präsident Paul Biya Bild: Picture-Alliance

Am Tag, nachdem der Verkehrsminister Kameruns aus dem Amt ausgeschieden war, hat ein Journalist dessen Haus besuchen wollen. Er wurde ausgezogen, geschlagen und mit Wasser bespritzt.

          1 Min.

          In Kamerun ist der Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) zufolge ein Journalist im Haus eines ehemaligen Ministers ausgezogen, geschlagen und in einen Hundezwinger gesperrt worden. Der Reporter habe das Haus des ehemaligen Verkehrsministers Alain Edgard Mebe Ngo’o am Samstag besucht, teilte RSF am Mittwoch mit. Am Vortag sei der Minister aus dem Amt geschieden.

          „Nachdem er sich bei einem Wachmann am Eingang zum Gebäude gemeldet hatte, wurde der Journalist vom Polizeidienst des Ministers festgenommen, ausgezogen, brutal geschlagen, in einen Käfig für Hunde gesperrt und mit Wasser bespritzt“, teilte RSF mit. Unter dem Vorwurf der Spionage sei er mehrere Stunden verhört worden.

          Der Reporter der örtlichen Zeitung „Le Jour“ hatte über die Regierungsumbildung von Präsident Paul Biya berichtet. Die Zeitung behält sich nach der Misshandlung ihres Journalisten rechtliche Schritte vor. Der Journalistenverband des zentralafrikanischen Landes verurteilte „die abscheuliche Tat“ auf das Schärfste. Kamerun stand 2017 auf der RSF-Länderliste zur Pressefreiheit auf Platz 130 von 180.

          Weitere Themen

          Der perfekte Fremde auf Weltreise

          Kinofilm von Elia Suleiman : Der perfekte Fremde auf Weltreise

          Palästina ist überall: Die Vignetten in Elia Suleimans Kinofilm „Vom Gießen des Zitronenbaums“ können an Sketches von Jacques Tati oder Buster Keaton erinnern, tragen aber etwas Wehmütigeres in sich.

          Gestohlenes Klimt-Werk nach 20 Jahren wieder aufgetaucht Video-Seite öffnen

          Sensationsfund : Gestohlenes Klimt-Werk nach 20 Jahren wieder aufgetaucht

          Ein durch Zufall gefundenes Gemälde wurde als das vor mehr als 20 Jahren gestohlene Werk von Gustav Klimt "Bildnis einer Frau" identifiziert. Das Gemälde wurde im Dezember in der Außenmauer eines italienischen Museums in Piacenza entdeckt. Nun bestätigt die Museumsleitung, dass es sich bei dem Fund tatsächlich um das Original handelt.

          Doch wenn ich den Zwang nicht hätte

          Dichterin Lessie Sachs : Doch wenn ich den Zwang nicht hätte

          Gefängnisaufenthalt, Tod des Vaters und Flucht vor dem Nationalsozialismus: Heitere Leichtigkeit in der Sprache macht sie genauso aus wie ihre teils dunklen Hintergründe. Die Wiederentdeckung der Dichterin Lessie Sachs.

          Topmeldungen

          Oxfam stellt unter dem Titel „Frauen arbeiten unbezahlt, Milliardäre machen Kasse“ verschiedene Forderungen.

          Oxfam : „Ein Wirtschaftssystem für reiche Männer“

          Oxfam prangert die Benachteiligung von Frauen durch ungleiche Arbeitsteilung in Familien an. Gefordert werden höhere Ausgaben für die Kinderbetreuung und gezielte Entwicklungshilfe für Frauen in ärmeren Ländern.
          Byebye, London? Mitglieder des britischen Oberhauses bei der Eröffnung des Parlament im Westminster Palace (Archivbild)

          Johnson-Plan : Britisches Oberhaus nach York?

          Der Westminster Palace muss dringend renoviert werden. Die britische Regierung prüft, das House of Lords zu verlegen. Der Umzug könnte dauerhaft sein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.