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Pressefreiheit 2014 : Gewalt gegen Journalisten nimmt zu

Journalisten geraten immer mehr in Gefahr, vor allem wenn sie aus Krisengebieten wie dem syrischen Kobane berichten. Bild: dpa

Die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ stellt fest, dass immer mehr Journalisten Opfer von Entführungen werden. Auch die Zahl der getöteten Reporter ist hoch. In fünf Gegenden ist es besonders gefährlich.

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          Journalisten laufen immer häufiger Gefahr, bei ihrer Arbeit entführt zu werden. Weltweit 119 Entführungen von Journalisten hat die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ im zu Ende gehenden Jahr gezählt. Das seien 37 Prozent mehr als 2013, als die Zahl schon angestiegen sei. 66 Journalisten seien in diesem Jahr bei der Ausübung ihres Berufes getötet worden, zudem hätten 19 Bürgerjournalisten und elf Medienmitarbeiter ihr Leben verloren. 139 Journalisten und 20 Bürgerjournalisten hätten vor Drohungen, Gewalt oder staatlicher Repression ins Ausland fliehen müssen, teilte Reporter ohne Grenzen bei der Vorstellung der Jahresbilanz der Pressefreiheit mit.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          „Die hohen Zahlen von Entführungen und Journalisten auf der Flucht zeigen, dass die Gefahren für Medienschaffende weltweit keineswegs geringer geworden sind“, sagte die ROG-Vorstandssprecherin Astrid Frohloff. „In einigen Regionen erleben wir eine neue Qualität der Gewalt im Umgang mit Journalisten, die erschreckt: Medienwirksam inszenierte Enthauptungen durch den IS und massenhafte Übergriffe gegen Journalisten in einigen Ländern zeugen von einer menschenverachtenden Haltung und extremen Geringschätzung der Pressefreiheit. Journalisten dürfen nicht zur Verfügungsmasse für die Propaganda von Terrorgruppen, Kriminellen oder autoritären Staaten werden, sondern müssen gerade in Krisengebieten wirksamer als bisher geschützt werden.“

          Das weltweit gefährlichste Land für Medienleute war, wie ROG mitteilte, abermals Syrien. Dort seien 15 Journalisten und 17 Bürgerjournalisten getötet sowie 27 Medienschaffende entführt worden. Zu den gefährlichsten Ländern und Territorien für Journalisten gehörten  auch die Palästinensergebiete (vor allem der Gazastreifen), der Osten der Ukraine, der Irak und Libyen.

          Im Gefängnis säßen wegen ihrer Arbeit momentan weltweit 178 Journalisten. Ebenso hoch sei die Zahl der inhaftierten Bürgerjournalisten. Die Länder mit den meisten inhaftierten Journalisten seien China (29), Eritrea (28), Iran (19), Ägypten (16) und Syrien (13). Besonders viele Bürgerjournalisten säßen neben China (73), Iran (27) und Syrien (17) in Vietnam (27) und Saudi-Arabien (9) im Gefängnis. Die meisten geflohenen Medienschaffenden verzeichnete Reporter ohne Grenzen aus Libyen (43), Syrien (37) und Äthiopien (31).

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