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Presse in Frankreich : Googles Gesetz

Google-Logo Bild: dpa

Nach der Ankündigung Googles trotz der EU-Vorgaben keine Entschädigungen für Presse-Links zu zahlen, machen Frankreichs Journalisten nun mobil. Es ist von einem „Suizid der Presse“ die Rede.

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          „Stellt sich Google wieder einmal über das Gesetz?“ Unter diesem Titel haben die französischen Zeitungen am Mittwoch einen gemeinsamen Aufruf veröffentlicht: „Der 24. Oktober hätte ein großer Tag in der Geschichte Europas und des Internets werden können“, lautet sein erster Satz. In Frankreich sollten die europäischen Direktiven zu den „droits voisins“ (Nachbarrechten) umgesetzt werden. Als erstes Land in Europa hatte es die Leitlinien im Gesetz verankert. Die Verleger sollten fortan eine Entschädigung für die von ihnen produzierten, von Google, Facebook und anderen Plattformen vertriebenen Inhalte bekommen. Doch Google weigert sich, dafür zu zahlen und kündigte an, die Artikel nur noch rudimentär aufzulisten. Von „Erpressung“ ist die Rede, denn die Verlage können es sich nicht leisten, von Google ignoriert zu werden, hält der Aufruf fest: Es sei „ein Suizid der Presse“, die mit ihren Artikeln Werbeeinahmen generiere, die „im Wesentlichen von Google absorbiert werden“. Jedes Jahr verschlimmere sich die Krise: „Der schleichende Tod hat begonnen, die Redaktionsstuben in Europa wie in den Vereinigten Staaten zu leeren.“ Laut „Le Monde“ haben achthundert Journalisten, Schriftsteller und Kulturschaffende aus ganz Europa den Appell unterzeichnet, darunter zahlreiche Chefredakteure. „Libération“ erwähnt bekannte Medienanwälte, den früheren Direktor des Festivals von Cannes, Gilles Jacob, und aus Deutschland Ludwig Ring-Eifel (Katholische Nachrichten-Agentur). Vertreten sind ebenso die Journalistenverbände und Fotografen.

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