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Premiere für Al Jazeera America : Mit den besten Wünschen von Hillary Clinton

  • -Aktualisiert am

Das neue Studio von Al Jazeera America an der West Street in New York Bild: AFP

Keine guten Nachrichten für CNN, Fox News und MSNBC: Al Jazeera America beginnt sein Nachrichtenprogramm im 24-Stunden-Takt. Doch der Kampf um das Vertrauen der Amerikaner ist hart.

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          AJAM, Al Jazeera America, begann am Dienstagnachmittag, Konkurrenten wie CNN, Fox News und MSNBC den amerikanischen Nachrichtenmarkt streitig zu machen. Hillary Clinton und Senator John Cain gratulierten in einer Art Werbe- und Einführungsfilm, womit der Programmreigen eröffnet wurde. Ehab Al Shihabi, verantwortlich fürs internationale Geschäft von Al Jazeera, versprach: „Es wird weniger Meinung, weniger Geschrei und weniger Prominentenauftritte geben.“ Im Gegensatz zur Konkurrenz will er „faktengestützte, unverfälschte und tiefgründige Nachrichten“ senden. Seine
          Kampfansage blieb nicht ohne Widerhall.

          „Wer will eine halbe Stunde lang Statistiken sehen?“

          Die ersten amerikanischen Kritiken des ersten Tages waren durchaus erhellend. Solide Berichterstattung über Ägypten und die Schießerei in einer Schule in Georgia, hieß es in der „Los Angeles Times“, aber: „Wer will eine halbe Stunde damit verbringen, drei Leuten zuzusehen, wie sie Statistiken zitieren?“ Der mangelnde Showeffekt, gewollt, wie er sein mag, wird nicht einmal das größte Handicap darstellen, das AJAM und sein staatlich subventioniertes Mutterunternehmen Al Jazeera Arabic (AJA) zu bewältigen haben.
          Schon Al Jazeera English (AJE), die weltweit verbreitete Version von AJA, gelang es nie, die Zweifel eines amerikanischen Publikums zu entkräften, das sich nur allzu gut noch daran erinnert, wie AJA nach dem 11. September 2001 als Übermittler von Usama Bin Ladins Botschaften die Blicke auf sich zog und umgehend von der Regierung Bush als antiamerikanisch gebrandmarkt wurde. Eine solche Vorgeschichte wirft Probleme auf, die auch mit endlosen Geldströmen nicht einfach aus der Welt zu schaffen sind.

          Die Freude bei den Mitarbeitern im Newsroom war groß, als der Sender am Dienstag seinen Betrieb aufnahm Bilderstrecke

          Dabei hat der Emir von Katar keine Mühe und vor allem auch keine Kosten für sein amerikanisches Fernsehabenteuer gescheut. Eine stolze halbe Milliarde Dollar war ihm allein Current TV wert, der von Al Gore mitbegründete Sender, der sich zuletzt mit vierzigtausend Zuschauern am Abend begnügen musste. Aber auf seinen Kanälen waren fast fünfzig Millionen Haushalte zu erreichen. Und die sollten stattdessen nun mit AJAM versorgt werden. Noch vor dem Debüt des Senders trennte sich der große Kabelanbieter Time Warner jedoch von Current TV. Der Eroberungsplan ging nicht richtig auf.

          Fast 1000 Mitarbeiter weltweit

          Selbst ein Sender, der sich bis auf weiteres um seine Finanzierung keine Sorgen zu machen braucht, wird auf Dauer nicht ins Leere senden wollen. Zuspruch erhoffen sich die ausländischen Geldgeber nicht zuletzt durch den Einsatz von inländischen Moderatoren und Reportern, darunter viele altbekannte Gesichter, abgeworben von CBS, NBC, ABC und CNN. Kate O’Brian, die für ABC News in leitender Position tätig war, wurde als Präsidentin von AJAM installiert. Sie kann sich auf nahezu eintausend Mitarbeiter in New York und elf weiteren Städten von Washington bis Seattle stützen, um im katarischen Auftrag Amerika über Amerika zu unterrichten.

          Ergänzt werden die Inlandsfilialen von siebzig Außenstellen, die Al Jazeera, heutzutage wahrlich luxuriös, in aller Welt unterhält. Mit deren Hilfe soll die vorwiegend amerikanische Berichterstattung ergänzt und vertieft werden. Wie Amerikaner sich überwinden sollen, einer Nachrichtenorganisation aus dem arabischen Raum ihr Vertrauen zu schenken, bleibt aber ebenso rätselhaft wie die Absicht, die Katar bewogen haben mag, sich ins heikle Nachrichtengeschäft Amerikas stürzen.

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