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Musikverleger zum Urheberrecht : „Youtube verdient Millionen und gibt uns Almosen“

„Es sollen nicht die Nutzer zur Kasse gebeten werden, sondern die großen Internetkonzerne wie Youtube, die mit Musik Millionen verdienen, aber nicht bereit sind, hierfür angemessene Lizenzen zu zahlen.“ Bild: AFP

Was würde es für die Musikbranche bedeuten, wenn die EU-Urheberrechtsrichtlinie nicht käme? Ein Gespräch mit Axel Sikorski, dem Präsidenten des Deutschen Musikverleger-Verbands.

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          In der kommenden Woche stimmt das Europäische Parlament über die Urheberrechtsrichtlinie ab. Sie ist umstritten. Welche Bedeutung hat die Richtlinie für Ihre Branche, für die Musikverlage?

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Mit der Richtlinie soll die seit vielen Jahren von uns erhobene Forderung realisiert werden, die Urheber und Künstler sowie deren Partner, also Musikverlage und Labels, an der digitalen Musiknutzung angemessen, fair und gerecht zu beteiligen. Gerade das Beispiel der weltweit größten Streaming-Plattform Youtube zeigt, dass dies bisher leider nicht der Fall ist. In Millionen Clips auf Youtube wird urheberrechtlich geschütztes Material genutzt, ohne dass die Urheber hieran angemessen beteiligt werden. Große Online-Plattformen generieren Millionen an Werbeeinnahmen und entziehen sich der Verantwortung, die Urheber gerecht zu beteiligen, mit dem Hinweis, sie stellten nur die Plattform zur Verfügung. Ohne eine gesetzliche Verpflichtung gibt es keinen Druck für diese Anbieter, sich um eine ordentliche Lizenz zur Nutzung der Inhalte zu bemühen. Die Richtlinie ist für die Musikverlage daher von großer Bedeutung.

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