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#potatoboss bei Twitter : Chefkartoffel

  • -Aktualisiert am

Der Bildschirm von Rachel Clegg bei der Videokonferenz, rechts oben ihre Chefin. Bild: Rachel Clegg/Twitter

Video- und Skypekonferenzen führen wegen der Corona-Pandemie zurzeit viele Menschen, die im Homeoffice sitzen. Ein Beispiel aus Amerika zeigt, was man dabei unbedingt beachten muss. Sonst ist man Gemüse.

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          Überall liest man jetzt viele hilfreiche Tipps, wie man am professionellsten, effektivsten und optisch wie inhaltlich abgebrühtesten durch Videokonferenzen kommt. Kein Wunder, schießt diese Gesprächsform pandemiebedingt doch gerade mächtig ins Kraut.

          Also lernen wir, worauf es ankommt: Keine alten Socken oder schlimmere Peinlichkeiten im Regal hinter sich rumgammeln lassen; bloß nicht vornübergebeugt wie ein Volltrunkener am Tresen vor der Laptop-Kamera hängen (das macht ein Doppelkinn und wirkt autoritätslos); vor dem digitalen Get-Together die Zähne putzen, sich aufhübschen und mindestens lässige Business-Kleidung statt Bademantel überwerfen; Haustiere und andere Familienmitglieder konsequent aussperren; einer Gesprächsagenda folgen; einander ausreden lassen – und, und, und.

          So soll noch aus der runzeligsten Couch-Potato, in die uns die Quarantäne fast zwangsläufig verwandelt, ein dynamisch sich der Morgenröte moderner Kommunikation entgegen reckender Unternehmenszweig werden. Voraussetzung dafür aber ist der wichtigste Tipp: Machen Sie sich mit der Technik vertraut. Sonst ergeht es einem womöglich wie Lizet Ocampo.

          Die leitende Angestellte der Organisation „People for the American Way“ hat bei einer Videokonferenz auf Microsoft Teams mit zweien ihrer Mitarbeitern irgendwie das falsche Knöpfchen gedrückt – und einen Gesichtsfilter aktiviert, der ihr Antlitz in das einer sprechenden Kartoffel verwandelte. Während der gesamten Videokonferenz blieb es dabei, dass die Führungsebene als plaudernde Knolle mächtig Eindruck machte.

          Das jedenfalls teilte eine der beteiligten Mitarbeiterinnen, Rachel Clegg, auf Twitter der Welt mit und landete mit dem entsprechenden Screenshot zum Hashtag #potatoboss einen Hit. Wirft das nicht tiefen Nachtschatten auf das vernetzte Arbeiten? Ach was. Eigentlich doch eine brillante Idee: Wir verkleiden uns beim nächste Videocall einfach alle als sprechendes Gemüse – dann müssen wir uns auch keine Gedanken mehr über Haare, Kleidung oder Makeup machen. Und über die Gesprächsagenda auch nicht.

          Ursula Scheer

          Redakteurin im Feuilleton.

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