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Populäre DVDs nicht lieferbar : Jetzt geht Amazon gegen Disney vor

  • -Aktualisiert am

Keine Küsse mehr bei Amazon: Muppet-Stars Miss Piggy und Kermit Bild: dpa

Bekanntes Verfahren, neuer Gegner: Nachdem sich Amazon mit der Verlagswelt und dem Filmstudio Warner Bros. angelegt hatte, geht es jetzt gegen Disney. Populäre DVDs sind fürs Erste nicht mehr beim Online-Versender zu haben.

          Der Versandriese Amazon setzt nun auch in Hollywood die Daumenschrauben an. Nachdem sich Amazon und der Disney-Konzern nicht über die Bedingungen für Vorbestellungen einigen konnten, hat der Konzern DVDs mit populären Disney-Titeln wie „Maleficent“, „Captain America: The Winter Soldier“ und „Muppets: Most wanted“ kurzfristig aus dem Angebot seiner amerikanischen Webseite amazon.com genommen.

          Vorbestellungen für die digitalen Versionen der Filme sind weiterhin zu haben. Bereits im Frühsommer hatte Amazon während Verhandlungen mit dem Studio Warner Bros. die Lieferung von Warner-Filmen wie „The Lego Movie“ künstlich verzögert, bevor sich das Versandhaus und das Studio Ende Juni einigten.

          Amazon steht damit neuerlich in der Kritik, mit Blockade-Taktik seine Bedingungen zu diktieren - und sich so ganze Märkte einverleiben zu wollen. Jüngst hatten sich 900 Schriftsteller mit einer Unterschriftenaktion gegen den Konzern im Preis-Disput mit dem amerikanischen Verlagshaus Hachette gewandt, dessen Autoren Amazon auf seiner Bestell-Webseite blockiert. Amazon hatte in einem Statement zur Lage behauptet, diese Taktik im Sinne seiner Kunden einzusetzen: „Die Verhandlung von akzeptablen Bedingungen ist eine grundlegende Geschäftspraktik und ist mittel- und langfristig entscheidend für die  Aufrechterhaltung von Service und Wertschöpfung für die Kundschaft.“

          Prominente Schriftsteller wie Stephen King, Fernsehgrößen wie Stephen Colbert und Regisseure wie Steven Soderbergh haben sich mit scharfen Worten gegen die Allmachtsansprüche des Konzerns gewandt. Soderbergh nannte es „unglaublich dumm, einen so durchsichtigen Landraub im Verlagswesen zu inszenieren“, Colbert rief gar zum Boykott des Konzerns auf.

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