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Kolumne über Polizei : Polizeigewerkschaft erstattet Strafanzeige gegen „taz“

  • Aktualisiert am

Die „taz“ steht wegen einer schwerlich als satirisch zu verstehenden Kolumne in der Kritik. Bild: dpa

Eine „taz“-Autorin schreibt eine Kolumne über die Abschaffung der Polizei, die als satirisch verstanden werden soll, aber nicht so klingt. Jetzt hat die Deutsche Polizeigewerkschaft Strafanzeige erstattet.

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          Die Deutsche Polizeigewerkschaft hat wegen eines Artikels mit dem Titel „All cops are berufsunfähig“ Strafanzeige gegen die „taz“ erstattet. Bei der Kolumne vom 15. Juni handle es sich um Volksverhetzung, zeigte sich die DPolG am Dienstag überzeugt. Auch beim Deutschen Presserat werde Beschwerde eingereicht.

          In dem satirischen Beitrag sinniert die Autorin über die Abschaffung der Polizei und mögliche Berufsalternativen für Polizisten. „Wohin also mit den über 250.000 Menschen, die dann keine Jobs mehr haben?“, schreibt sie. „Einfach in neue Berufe stecken? Weil das nach 1945 so gut funktioniert hat? Fehlanzeige. Aber welche Bereiche der Arbeitswelt wären sicher?“ Am Ende kommt sie zu dem Schluss, dass Polizeibeamte am besten auf einer „Mülldeponie“ aufgehoben seien: „Unter ihresgleichen fühlen sie sich bestimmt auch selber am wohlsten.“

          Die Gewerkschaft kritisierte, für Polizisten sei der Text ein „Schlag ins Gesicht“. „Andere Menschen zu entpersönlichen, ihnen Würde und Menschen abzusprechen und sie wie Unrat auf einer Müllhalde entsorgen zu wollen - wie hasserfüllt, degeneriert und voller Gewaltbereitschaft muss man eigentlich sein, um solche widerlichen Gedanken aufzuschreiben?“, erklärte der DPolG-Vorsitzende Rainer Wendt. Die Berufsvertretung werde solche Denkweisen mit „allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen."

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