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Fingiertes Interview : „Playboy“ stellt Strafanzeige

  • Aktualisiert am

Ennio Morricone im November in Rom Bild: EPA

Der deutsche „Playboy“ hat gegen den Journalisten, der das vermeintliche Interview mit dem Filmkomponisten Ennio Morricone geführt hat, Strafanzeige wegen Betrugs gestellt. Der Chefredakteur drückt „allergrößtes Bedauern“ aus.

          Der Burda-Verlag hat gegen den Journalisten, von dem das in der Zeitschrift „Playboy“ veröffentlichte Interview mit dem Filmkomponisten Ennio Morricone stammt, Strafanzeige wegen Betrugs gestellt. Man habe mit Entsetzen festgestellt, dass Teile des Interviews „das gesprochene Wort von Herrn Morricone nicht korrekt wiedergeben“, schreibt der Chefredakteur des „Playboys“, Florian Boitin. Der Autor Marcel Anders, der für verschiedenen Zeitungen und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk berichte und mit dem man seit langem zusammenarbeite, habe inzwischen selbst „schreckliche Fehler“ eingeräumt und Ennio Morricone um Entschuldigung gebeten.

          Es handele sich bei dem Interview, in dem Morricone - vermeintlich - gegen das Hollywood-Kino und inbesondere gegen den Regisseur Quentin Tarantino auf das Heftigste austeilt, „mindestens um unverantwortliche Ungenauigkeiten“, so der „Playboy“-Chefredakteur Boitin, „schlimmstenfalls um bewusste Täuschungen des Autors“. In jedem Fall stellten die „vorsätzlichen Verfälschungen einen nicht hinnehmbaren Verstoß gegen die journalistische Ethik dar“, mit den „strengen journalistischen Ansprüchen“ der Redaktion sei dies nicht vereinbar.

          Er könne Ennio Morricone gegenüber nur seine Hoachtung zum Ausdruck bringen und sein „allergrößtes Bedauern“ ausdrücken, schreibt der „Playboy“-Chef. Man bitte selbstverständlich auch die Leser um Entschuldigung. Man werde an einer „raschen und vollständigen Aufklärung des Sachverhalts“ arbeiten.

          Ennio Morricone hatte sich gegen die ihm in dem Interview zugeschriebenen Äußerungen verwahrt und angekündigt, er werde rechtliche Schritte unternehmen. Stattgefunden hatte das Interview Ende Juni in Rom tatsächlich, doch sollen die in dem Interview niedergeschriebenen Äußerungen Morricones, wie dessen Konzertagentur mitteilte, nicht gefallen sein.

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