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Pierre Brice zum Achtzigsten : Indianer der Herzen

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Die Rolle, die ihn berühmt machte, wurde ihm zur Mission. Konnte man Pierre Brice am Ende überhaupt noch von dem Apachenhäuptling Winnetou unterscheiden? Alte Bilder dokumentieren: Brice hatte ein Filmleben vor Winnetou. Heute wird er achtzig Jahre alt.

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          Ein Indianer kennt keinen Schmerz - und versteht keinen Spaß. Als 2001 Michael Bully Herbigs Persiflage auf die „Winnetou“-Filme, „Der Schuh des Manitu“, in die Kinos kam, sah sich Pierre Brice, längst ununterscheidbar mit der Figur des Apachen-Häuptlings verschmolzen, genötigt, seinen indianischen Stoizismus aufzugeben.

          Er bezichtigte den Komiker, es an Respekt vor Karl May und der indianischen Kultur fehlen zu lassen. Das wiederum kann man dem Schauspieler nicht vorwerfen, im Gegenteil: Nur weil er als Winnetou stets mehr als eine Rolle, nämlich ein Ideal, ja eine Mission verkörperte, konnte Herbigs Film überhaupt ein solcher Erfolg werden.

          Botschafter der Indianer

          Dabei hatte seine Karriere unauffällig damit begonnen, dass er in „Harte Fäuste, heißes Blut“ (1954) Eddie Constantine die Tür aufhielt. Es blieb bei Nebenrollen, bis er 1962 in „Der Schatz im Silbersee“ erstmals als Winnetou über die Leinwand preschte. Im Nachhinein möchte man fast sagen: Er sparte sich auf für die Rolle seines Lebens. Denn der französische Adlige, der eigentlich Pierre Louis de Bris heißt, war als stolzer Indianerprinz, der nicht viele Worte macht, aber lieber das Herz und die Friedenspfeife als den Tomahawk sprechen lässt, so überzeugend, dass das Publikum ihm spätere Versuche, der Rolle mit anderen Filmen zu entkommen, nicht durchgehen ließ.

          So blieb Brice Karl May treu, in Serien, Filmen und bei verschiedenen Karl-May-Festspielen. Längst hat er seine Rolle zum Botschafter ausgebaut und will das friedenssuchende Halbblut, etwa im Band „Winnetou - ein Vermächtnis“ (1991), auch als ökologisches Vorbild und Stellvertreter von Minderheiten verstanden wissen. Am Freitag feiert er seinen achtzigsten Geburtstag.

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