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Petry und das Morgenmagazin : Kein Versehen, nur ein Statement

  • Aktualisiert am

AfD-Chefin Frauke Petry Bild: Matthias Lüdecke

Mehrfach erschien Frauke Petry nicht zu mit ihrem Pressesprecher vereinbarten Terminen beim ZDF. Bevor ihr nun jemand Unzuverlässigkeit vorwerfen kann, teilt sie aus: Moderatorin Dunja Hayali sei schuld.

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          Der erste Termin: abgesagt. Der zweite Termin: vergessen. Der dritte Termin: abgelehnt. AfD-Chefin Frauke Petry und das ZDF-Morgenmagazin fanden bisher nicht zusammen. Nachdem ihre Parteifreundin Beatrix von Storch ihr Facebook-Bekenntnis zu Waffengewalt gegen Flüchtlingskinder mit der Erklärung entschuldigen wollte, sie sei mit der Maus abgerutscht, machte auch Frauke Petry erst einmal die Technik verantwortlich: Es habe einen Hackerangriff auf ihre Mails gegeben, deshalb sei die Kommunikation mit dem ZDF schiefgelaufen.

          Allerdings gab die Moderatorin des „Morgenmagazins“, Dunja Hayali bekannt, die Kommunikation sei gar nicht per Mail, sondern via SMS und Telefon gelaufen. Man werde die AfD-Chefin aber selbstverständlich abermals anfragen.

          Frauke Petry und das ZDF morgenmagazin – eine kurze Erklärung, weil viele von Ihnen gefragt haben, was denn da los...

          Posted by Dunja Hayali on Dienstag, 15. März 2016

          Prompt keilte Petry in einer Pressemitteilung zurück. Von einem Hackerangriff war keine Rede mehr, stattdessen von persönlichen Prioritäten: „Sie können sich vorstellen, dass ich mir als Mutter von vier Kindern, die morgens zwischen 6 und 7 Uhr nicht nur ein gemeinsames Frühstück, gefüllte Pausendosen, sondern vor allem ein bisschen Familienleben gewährleisten möchte, gut überlege, welche TV-Termine wichtiger als diese familiäre Aufgabe sind. Danke, dass Sie mir mit Ihrem Verhalten der letzten Tage diese Entscheidung nun so leicht machen.“

          An der Moderatorin stößt sich Frauke Petry offensichtlich. Die kürzlich mit einer Goldenen Kamera für „Beste Information“ ausgezeichnete Dunja Hayali unterstützt Vereine, die sich gegen Rassismus engagieren. Für Petry bedeutet das, Hayali habe Schwierigkeiten, „ihre journalistische Arbeit in einem aus Steuergeldern finanzierten Sender von ihrer politischen Einstellung zu trennen“. Daher müsse man sie „zunehmend mehr als politische Aktivistin denn als professionell arbeitende Journalistin“ betrachten. Frauke Petry legt dem ZDF gleich die Kündigung der Moderatorin nahe: „Es sieht so aus, als würde im Moma dringend frischer Wind gebraucht.“

          Das ZDF stellte sich daraufhin vor seine Moderatorin: "Die "Morgenmagazin"-Moderatorin Dunja Hayali als "politische Aktivistin" zu bezeichnen, ist abwegig", erklärte der Redaktionsleiter des ZDF-"Morgenmagazins", Thomas Fuhrmann. "Frau Petry versucht, mit ihrer Pressemitteilung von eigenen Versäumnissen abzulenken.“

          Die AfD beschwert sich über viele Medien und auch über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk immer wieder, dabei fällt häufig das Wort „Lügenpresse“. Petry selbst benutzt die Variante „Pinocchio-Presse“. Die Partei wirft den Medien vor, sie würden sie absichtlich negativ abbilden. Von Frauke Petrys zunächst mit Ausreden begründeter Absage an das „Morgenmagazin“ kann sich jeder selbst ein Bild machen.

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