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Facebook Mention : Seht her, ich esse ein Avocadosandwich

Martha Stewart weiß sich zu inszenieren – auch bei Facebook Mention im Livestream. Bild: Reuters

Hautnah und in echt: Über den neuen Facebook-Livestream Mention können Fans am Alltag ihrer Stars teilhaben – so grauenvoll langweilig der auch sein mag.

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          Die Frisur sitzt wie immer perfekt, das Sweatshirt ein wenig lockerer als das sonst übliche Businesskostümchen, aber das ist Absicht, man ist ja heute unter jungen Menschen. Martha Stewart, amerikanische Inkunabel der perfekt durchorganisierten und hindrapierten Häuslichkeit, ist live auf Sendung – bei Facebook Media Central in New York. Dort hat sie sechzig Sekunden Zeit, so viele Fragen ihrer Fans zu beantworten, wie es geht, und ist dabei so originell, wie man es von ihr eben erwarten kann: „Wie entspannen Sie sich?“ – „Durch Arbeit.“ – „Was ist der beste Rat, den Sie je bekamen?“ - „Du kannst alles schaffen, Martha. Arbeite hart.“ Ja doch, Martha. Wir geben unser Bestes.

          „Live for Facebook Mention“ nennt sich etwas sperrig die neue Funktion, mit der das soziale Netzwerk nun auch ins Livestreaming einsteigt. Und zwar nicht etwa durch Integration von Anbietern wie Periscope oder Meerkat, die derzeit als heißester Tipp für Kapitalgeber gelten. Sondern mit einer Bordlösung, die vorerst nur „public figures“ zur Verfügung steht. Also Stars. Wer eine verifizierte Fanpage besitzt, kann sich für diese Funktion freischalten lassen und mit seinen Fans kommunizieren. Die Fans wiederum treten nur textlich in Erscheinung in Form eines Chatprotokolls, als Stichwortgeber sozusagen. Das Video bleibt auch nach Ende der Liveschaltung auf der Seite abspielbar.

          Perfekt ausgeleuchtet, aber langweilig

          Bisher haben sich neben Martha Stewart unter anderen die öffentlichen Figuren Serena Williams, Ricardo Kakà, Michael Bublé, Lindsey Vonn und der NBC-Nachrichten-Anchorman Lester Holt mit Livestreams zu Wort gemeldet. Holt streamte seine Mittagspause, die er mit einem Avocadosandwich in Manhattan verbrachte, und hielt auch dann noch drauf, als ein Passant um ein Selfie mit ihm bat. Das ist natürlich toll für den Passanten, der so noch ein bisschen mehr vom Glanz der Prominenz mit abbekam.

          Martha Stewart hat inzwischen eine zweite Liveübertragung gehalten. Sie sitzt perfekt ausgeleuchtet neben einer überdimensionierten Hortensie im Eisköniginnenkostüm in ihrem penibel geordneten Büroumfeld und gibt sich nicht einmal mehr den Anschein, spontan wirken zu wollen. Sie redet Businesskram. Es ist entsetzlich langweilig und wird trotzdem weggeliket wie nix. Facebook gefällt das.

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