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Pay-TV in der Krise : Beim Abosender Sky ist was im Busch

  • -Aktualisiert am

Logo des Pay-TV Anbieters Sky Bild: dpa

Der Abosender Sky gerät zunehmend unter Druck. Bedeutende Manager räumen ihre Posten, wichtige Positionen fallen weg. Weitere Entlassungen könnten folgen. Wo führt das hin?

          „Kahlschlag“ und „Entlassungswelle“? Derlei Bezeichnungen hält Moritz Wetter, Sprecher des Abosenders Sky Deutschland, für unzutreffend. „Kahlschlag – das stimmt einfach nicht. Wir reden hier von weniger als zwanzig Stellen, die wegfallen, weil wir unser Unternehmen, das allein in Unterföhring zweitausend Menschen beschäftigt, umstellen. Das ist eine andere Dimension als bei Canal Plus, die gerade vierhundert Stellen streichen, oder bei der Deutschen Bank, die dem Vernehmen nach 18.000 Stellen kürzen will.“

          Mit der Zahl der Abgänge hat Sky in den letzten Tagen in der Tat nicht von sich reden gemacht. Es sind die Positionen, die wegfallen, und die Personen, die gehen: Da ist, oder war, Roman Steuer, der als Sportchef für einen der wichtigsten Bereiche des Abosenders zuständig war und den Sportnachrichtensender Sky Sport News aufgebaut hat. Und da war Ralph Fürther, der Kommunikationschef, der den Sender seit Jahren nach außen repräsentiert hat. Gegangen wurde auch Sebastian Hauptmann, der sich um das Digitalgeschäft kümmerte. Drei führende Manager sind von Bord.

          Wie steht es um die Abonnentenzahlen bei Sky?

          Warum? „Der Wettbewerb ist hart“, sagt Moritz Wetter im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeine Zeitung. Also überlege man, „wie wir in der Struktur agiler und flexibler werden“. Es gehe auch darum, Hierarchiestufen abzubauen. Der Vorsitzende der Geschäftsführung, Carsten Schmidt (früher Sportchef), habe sich etwa mit Ralph Fürther zusammengesetzt, und dieser habe sich in dem neuen Konstrukt nicht wiedergefunden.

          Carsten Schmidt hat zum zehnjährigen Senderjubiläum – am 4. Juli 2009 wurde aus „Premiere“ das heutige „Sky“ – in einem internen Schreiben verkündet, dass es mit dem Stellenabbau noch nicht vorbei sei. Informationen der F.A.Z. zufolge wurden allein in den Abteilungen Vertrieb und Marketing schon zwanzig Mitarbeiter entlassen. Marcus Ammon, als „Senior Vice President Film“ bislang der findige Kopf hinter Serien wie „Babylon Berlin“ und „Das Boot“ bei Sky, muss jetzt direkt an Gary Davey berichten, der von London aus das Programm von Sky plc Großbritannien, Irland und von Sky Deutschland koordiniert. Man könnte denken, Sky Deutschland werde entkernt und zur Filiale der englischen Muttergesellschaft, die 2015 sämtliche Anteile des deutschen Sky aufkaufte und diese von der Börse nahm. Eine solche Annahme weist Moritz Wetter zurück: „Die Entscheidungen, dass wir Strukturen vereinfachen, und alles, was wir in Zukunft planen, werden hier in Deutschland gefällt.“ Den Abbau von weniger als zwanzig Stellen erhöht Wetter dann aber mit Blick auf das mittlere und gehobene Management auf eine Zahl von „unter hundert“. Dies solle mit einem „Freiwilligen-Programm“ vollzogen werden.

          Wie steht es um die Abonnentenzahlen bei Sky? Schaut man auf die Sky-Gruppe in ganz Europa, sieht das vordergründig gut aus: 23,6 Millionen Abonnenten insgesamt wurden für 2018 gemeldet, ein Umsatz von 19,8 Milliarden Dollar, der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag bei 2,9 Milliarden Dollar. Wie sich das in den einzelnen Ländern verhält, verrät Sky aber nicht mehr, seit die Gruppe im September des vergangenen Jahres von dem amerikanischen Kabelkonzern Comcast für umgerechnet 33 Milliarden Euro übernommen wurde. Für Sky Deutschland waren für Ende 2017 etwas mehr als 5,1 Millionen Abonnenten gemeldet worden, im ersten Quartal 2018 dann soll es, zum ersten Mal seit Jahren, ein Minus bei den Abos gegeben haben – dreißigtausend Kündigungen. Hat sich der Trend, wie es in der Branche heißt, fortgesetzt? Dazu gibt es bei Sky Deutschland mit Verweis auf die neuen Usancen seit der Übernahme durch Comcast keinen Kommentar.

          Dass die Konkurrenz von Netflix, Amazon und Dazn mit flexiblen Abos und günstigeren Tarifen Sky zusetzt, liegt auf der Hand. Erkennen kann man das allein an dem Angebot „Sky Q“, über das man auch an die Mediatheken von ARD und ZDF, Apple TV und Netflix herankommt. Das Angebot werde modernisiert, sagt Moritz Wetter. Gleichwohl gebe es noch immer genug Kunden, die Sky mit einem Jahresabo nutzten. Man kämpfe um neue Zielgruppen, investiere und habe mit Blick auf die Konkurrenz von Dazn zum Beispiel die britische Premier League zurückgeholt. Am heutigen Mittwoch werde man zudem eine neue Serie ankündigen.

          Tatsächlich muss Sky mit der Sehgewohnheit des Fernsehens on demand klarkommen, auf die sich lineare Sender ebenso wie Plattformen einstellen müssen. Das betrifft auch die einzelnen Sender wie Fox, Universal, SyFy oder History, die sich auf der Sky-Plattform finden. Auch bei diesen haben die Controller das Sagen, wie der Abgang des langjährigen History-Chefs Andreas Weinek beweist, dessen Position gerade die Finanzchefin des Senders übernommen hat. Zahlen schlagen Inhalte, der teuerste Inhalt Fußball ist kaum noch zu finanzieren – das kennzeichnet die Lage auf dem Pay-TV-Markt.

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