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„Pastewkas Weihnachtsgeschichte“ : Ein Mann sucht einen Baum

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War der nicht für den Kollegen reserviert? Bastian Pastewka schert sich nicht drum. Doch am Ende wird er um die Fichte geführt. Bild: Sat1

Sat.1 zeigt „Pastewkas Weihnachtsgeschichte“, in der es kein bisschen besinnlich zugeht. So weit, so vorhersehbar. Eine Riege von Gaststars aber macht aus der Allerweltsgeschichte einen vergnüglichen Spätabend.

          „Meine Damen, meine Herren, liebe iPhones“, begrüßt Bastian Pastewka die Zuschauer im Berliner Theater am Ku’damm, wo Anfang Dezember die Weihnachtsfolge seiner Serie Premiere feiert, bevor sie im Fernsehen läuft. Und weil ihm diese Serie „brutal am Herzen“ liegt, sagt er noch ganz ernst: „Toll, dass Sie da sind!“ Es kommt ja nicht oft vor, dass Schauspieler, die hauptsächlich fürs Fernsehen vor der Kamera stehen, live miterleben können, wie sich das Publikum über das amüsiert, was sie monatelang beschäftigt hat. Schließlich sitzen die meisten dabei zu Hause im eigenen Wohnzimmer. Umso motivierender muss so ein Abend sein, an dem Fans aus Kassel, Ulm und Duisburg angereist sind, um bei Ansicht der neusten Episode nicht nur an den richtigen Stellen zu lachen, sondern sogar noch ein bisschen öfter.

          An diesem Freitagabend läuft „Pastewkas Weihnachtsgeschichte“ bei Sat.1, und treue Zuschauer wissen schon nach den ersten Minuten der Folge, was sie erwarten dürfen - gleich nachdem die Signalworte „Weihnachtsbaum besorgen“, „Blitzeis“ und „Charity-Auftritt mit Anke Engelke in Düsseldorf“ ausgegeben sind. Der Komödiant, der in „Pastewka“ nun schon seit 2005 eine wesentlich uncharmantere Version von sich selbst spielt, wird sich stets in seinen kleinen Notlügen verstricken, sich mit prominenten Kollegen anlegen, die Beinahegattin enttäuschen und zum Schluss ziemlich angeschmiert dastehen, weil er seine Versprechungen nicht einhalten konnte und sich sämtliche Gemeinheiten gerächt haben.

          Das drohende Unheil ist ständiger Begleiter

          Der Ablauf ist arg berechenbar, wird aber von Gaststars im besten Fall so schön ausgeschmückt, dass es ein Vergnügen ist zuzusehen. Dafür sorgt diesmal insbesondere Anke Engelke, die herrlich die gutmenschelnde, aber hochgradig genervte Konsumverweigerin spielt, die Leute mit Scheinfreundlichkeiten einwickelt oder pampig vor den Kopf stößt.

          Als Anneliese und Wolfgang sind Anke Engelke und Pastewka zu einem folgenschweren Weihnachtsauftritt unterwegs.

          Gemeinsam mit Pastewka wird sie an Heiligabend zu einer vermeintlichen Gala geschickt, bei der die beiden als Volksmusik-Parodisten auftreten sollen - vor einer ziemlich leeren Halle, wie sich herausstellen wird. Erst mal kommt aber ständig was dazwischen: ein im falschen Moment Vater werdender Chauffeur, ein zur Gewalt neigender Christbaumhändler - und Pastewkas Ego, das ganz darauf konzentriert ist, seine Mitmenschen zu verspotten, so wie die ungeliebte Nachbarin, die „für Obdachlose gekocht“ hat. „Geht’s denen nicht schon schlecht genug?“, fragt der Weihnachtsbaumbesorger triumphierend. Dabei steht ihm das Unheil noch bevor. Und die Besinnlichkeit kann einpacken.

          Ein dankbares Geschenk

          Baum gibt’s am Ende natürlich keinen. Und obwohl sich kurz alles zum Guten zu wenden scheint, wenn der permanent mit Andy Borg verwechselte Schlagersänger Bernhard Brink das Fest mit einem Gastauftritt zu retten versucht, lautet die Botschaft: Je mehr man sich anstrengt, ein perfektes Weihnachtsfest zu feiern, desto eher geht es schief.

          Im Theater am Ku’damm ist das angekommen, das Publikum klatscht begeistert, und ein Profi wie Pastewka weiß sich dafür augenblicklich mit einer Live-Fragerunde und einer ausführlichen Autogrammstunde zu revanchieren. Die nunmehr siebte „Pastewka“-Staffel sei zwar schon abgedreht, verrät er zwischendurch, einen Sendeplatz habe Sat.1 dafür aber noch nicht gefunden. Ist natürlich auch schwer, wenn man auf so viele Premiuminhalte zurückgreifen kann. Dass die Weihnachtsfolge tatsächlich rechtzeitig ins Programm genommen wurde, noch dazu auf dem dankbaren Sendeplatz nach dem Finale von „The Voice of Germany“, muss „Pastewka“-Fans als Geschenk vorerst reichen.

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