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Oscar-Verleihung 2007 : Später Lohn und frühe Freude

  • Aktualisiert am

Ein Oscar für Deutschland: Florian Henckel von Donnersmarck Bild: dpa

Hollywood hat mit Martin Scorsese Versöhnung gefeiert: Für „The Departed“ erhielt der Regisseur den langersehnten Oscar - in den Kategorien „Bester Film“ und „Beste Regie“. Florian Henckel von Donnersmarcks Debüt „Das Leben der Anderen“ wurde bester nicht-englischsprachiger Film.

          Deutscher Jubel in Hollywood: Das Stasi-Drama „Das Leben der Anderen“ ist in der Nacht zum Montag mit dem Oscar als bester nicht-englischsprachiger Film des Jahres ausgezeichnet worden. Der 33 Jahre alte Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck nahm den Preis überglücklich entgegen. Nach Volker Schlöndorff und Caroline Link ist er der dritte deutsche Filmemacher, der mit dem begehrtesten Preis der Branche für einen Spielfilm geehrt wurde (siehe auch: Kinokritik: „Das Leben der anderen“).

          Ein Traum ging auch für den amerikanischen Regisseur Martin Scorsese in Erfüllung. Trotz sieben Nominierungen war er jahrelang leer ausgegangen (siehe: ). Sein Gangsterdrama „Departed - Unter Feinden“ erhielt nun die Filmpreise für die Hauptkategorie „Bester Film“ und „Beste Regie“. Der Thriller über Gangster, Polizisten und Spitzel (siehe: ) wurde auch für den Schnitt und das beste Drehbuch nach einer Romanvorlage ausgezeichnet und kam somit auf insgesamt vier Oscars. Scorseses war sichtlich bewegt, als er den Regie-Preis entgegennahm. „So viele Menschen haben mir das in den vergangenen Jahren gewünscht - Fremde. Ich gehe durch die Straßen und die Menschen sagen zu mir: 'Sie sollten gewinnen, Sie sollten gewinnen'“, sagte Scorsese, während er die Statue fest in den Händen hielt.

          Mirren und Whitaker

          Die Trophäe für die beste Hauptdarstellerin ging an die Britin Helen Mirren, die in dem Drama „The Queen“ (siehe: ) die englische Königin Elizabeth spielt. Bester männlicher Darsteller wurde der Amerikaner Forest Whitaker für seine Rolle des Diktators Idi Amin in „The Last King of Scotland“. Die Preise als beste Nebendarsteller nahmen die Amerikaner Alan Arkin für „Little Miss Sunshine“ (siehe: ) und Jennifer Hudson für das Musical „Dreamgirls“ (siehe: ) entgegen.

          Ein Oscar für Deutschland: Florian Henckel von Donnersmarck Bilderstrecke

          Gleich zwei Oscars gab es für den Film „Eine unbequeme Wahrheit“ (An Inconvenient Truth). Der Film über den Klimawandel mit dem früheren amerikanischen Vizepräsidenten Al Gore wurde als bester Dokumentarfilm und für den besten Filmsong von Melissa Etheridge ausgezeichnet. Bester Animationsfilm wurde „Happy Feet“. Der Oscar für den besten Ton ging an Clint Eastwoods Kriegsdrama „Letters From Iwo Jima“. In der Kategorie „Bester kurzer Realfilm“ gewann der Beitrag „West Bank Story“, und der Oscar für den besten kurzen Trickfilm ging an die Produktion „The Danish Poet“. Den Oscar für die beste Filmmusik erhielt Gustavo Santaolalla für „Babel“.

          „Babel“ der Verlierer des Abends

          Der mexikanische Fantasy-Film „Pan's Labyrinth“ schnitt nach „The Departed“ mit insgesamt drei Oscars am besten ab: Das Werk von Guillermo del Toro wurde in den Kategorien Ausstattung, Make-up und Kamera gewürdigt (siehe: ). Einen Ehrenoscar für sein Lebenswerk nahm der 78 Jahre alte italienische Komponist Ennio Morricone in Empfang. Er schuf die unvergesslichen Melodien zu Filmen wie „Spiel mir das Lied vom Tod“. Nach sieben Nominierungen war das Globalisierungs-Drama „Babel“ mit nur einem Oscar für die beste Filmmusik einer der Verlierer des Abends.

          Die Freude von Henckel von Donnersmarck über seinen Triumph in Hollywood war grenzenlos. „Ich danke Deutschland und Bayern dafür, dass sie diesen Film möglich gemacht haben“, sagte er auf der Bühne. Und hinterher schwärmte er im Presseraum des Kodak-Theaters: „Ich konnte mir gut vorstellen, diese herrliche Statue in den Händen zu halten. Es fühlt sich wirklich großartig an und sie ist wunderschön.“ Für ihn werde ein Traum wahr, sagte er. Der 33-Jährige hatte bereits den Europäischen und den Deutschen Filmpreis für sein Spielfilmdebüt erhalten. Zur Oscar-Verleihung war er mit seiner Ehefrau und den Hauptdarstellern Sebastian Koch und Ulrich Mühe angereist.

          „Ich gratuliere unserem ehemaligen Schüler auf das Herzlichste zu diesem großartigen Erfolg“, sagte Gerhard Fuchs, der Rektor der Münchner Hochschule für Film und Fernsehen (HFF), wo Henckel von Donnersmarck studiert hat. Es sei eine unbeschreibliche Freude, dass „das sehr deutsche Thema ausgerechnet in Amerika ein so starkes Interesse fand“. Fuchs ist zugleich Fernsehdirektor des Bayerischen Rundfunks, der den deutschen Oscar-Film koproduziert hat.

          DIE PREISTRÄGER IM ÜBERBLICK

          Bester Film: „Departed - Unter Feinden“

          Bester fremdsprachiger Film: „Das Leben der Anderen“

          Bester Animationsfilm: „Happy Feet“

          Beste Darstellerin (Hauptrolle): Helen Mirren, „Die Queen“

          Bester Darsteller (Hauptrolle): Forest Whitaker, „Der letzte König von Schottland“

          Beste Darstellerin (Nebenrolle): Jennifer Hudson, „Dreamgirls“

          Bester Darsteller (Nebenrolle): Alan Arkin, „Little Miss Sunshine“

          Beste Regie: Martin Scorsese, „Departed - Unter Feinden“

          Bestes Original-Drehbuch: „Little Miss Sunshine“

          Bestes adaptiertes Drehbuch: William Monahan, „Departed - Unter Feinden“

          Beste Kamera: Guillermo Navarro, „Pans Labyrinth“

          Bester Schnitt: Thelma Schoonmaker, „Departed - Unter Feinden“

          Beste Tonmischung: „Dreamgirls“

          Beste Tonschnitt: „Letters From Iwo Jima“

          Beste Filmmusik: Gustavo Santaolalla, „Babel“

          Bester Filmsong: Melissa Etheridge, „I Need to Wake Up“ aus „Eine unbequeme Wahrheit“

          Beste Kostüme: Milena Canonero für „Marie Antoinette“

          Beste Maske: „Pans Labyrinth“

          Beste Ausstattung: „Pans Labyrinth“

          Beste Spezial-Effekte: „Fluch der Karibik 2“

          Bester Dokumentarfilm: „An Inconvenient Truth“ (Al Gore)

          Bester kurzer Dokumentarfilm: „The Blood of Yingzhou District“

          Bester kurzer Trickfilm: „The Danish Poet“

          Bester kurzer Realfilm: „West Bank Story“

          Ehren-Oscar für das Lebenswerk: Komponist Ennio Morricone

          Jean Hersholt Award (Oscar statuette): Sherry Lansing

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