OpenPetition & Markus Lanz : Online-Portal ändert Nutzungsbedingungen
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Markus Lanz bei der Moderation der ZDF-Show „Wetten dass...?“ am 25. Januar Bild: dpa
Das Online-Portal OpenPetition hat seine Nutzungsbedingungen geändert und lässt künftig keine Petitionen gegen Personen mehr zu. Der Aufruf, die Talkshow von Markus Lanz abzusetzen, bleibt dennoch online.
Das Online-Portal OpenPetition will in Zukunft keine Petitionen mehr zulassen, die sich gegen Personen richten. Das gab das Portal am Montag über eine Pressemitteilung bekannt. Damit wolle man auf die Kritik an der Petition für die Absetzung des Moderators Markus Lanz im ZDF reagieren, die eine Leipzigerin am 17. Januar online gestellt hatte.
„Die in den letzten Tagen geäußerte Kritik, die Beurteilung von Personen sei kein Thema für Petitionen, ist berechtigt,“ so Jörg Mitzlaff, Gründer von openPetition. „OpenPetition ist schließlich kein Meinungsportal.“ Darum habe das Portal seine Nutzungsbedingungen überarbeitet, in denen es nun heißt: „Petitionen, die über das Verhalten einzelner Personen urteilen, werden beendet und gelöscht.“
Die Petition „Raus mit Markus Lanz aus meinem Rundfunkbeitrag!“ falle jedoch nicht darunter. Sie steht noch immer online und konnte am Dienstagmorgen mehr als 226.000 Unterstützer verbuchen. Obwohl es in der Petition heißt, Lanz sei ein Moderator „der nicht fähig ist ohne Entgleisungen zu moderieren, den Offenheit und der Umgang mit abweichenden Meinungen offenbar überfordern“, sehen die Betreiber von OpenPetition darin in erster Linie keine Beleidigung sondern eine Forderung an ZDF nach journalistischen Qualitätsstandards. Dies begründen sie mit einer Passage aus der Petition: „Der Bildungsauftrag [des öffentlich-rechtlichen Fernsehens] sowie die Wahrung der politischen und wirtschaftlichen Unabhängigkeit wird durch die von Lanz demonstrierte tendenziöse Diskussionskultur grob vernachlässigt.“
Zu der Frage, wo genau die Grenze zwischen personenbezogenen und sachbezogenen Petitionen verlaufe – etwa, wenn ein Politiker zum Rücktritt aufgefordert werde –, äußerten sich die Betreiber des Portals am Dienstagmorgen gegenüber FAZ.NET nicht.