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Online-Markt für Daten : Die neuen Goldgräber

Übersicht über die eigenen Daten: BitsaboutMe bereitet Zahlen in Grafiken auf. Bild: Picture-Alliance

Mit dem Schweizer Start-up BitsaboutMe ist der deutsche Datenmarkt um einen Anbieter reicher. Was bekommt man denn so für das „neue Gold“?

          Seit diser Woche ist der Online-Datenmarktplatz der Firma „BitsaboutMe“ auch in Deutschland nutzbar. Auf der Plattform des Schweizer Start-ups können Nutzer ihre Daten an Unternehmen und Institutionen verkaufen und selbst Geld damit verdienen. Zudem können Verbraucher einen Überblick über ihre digitalen persönlichen Informationen gewinnen. So sollen sie die Souveränität über selbige erlangen. Die Nutzung des Datenmarktplatzes ist kostenfrei, das Unternehmen fungiert als Vermittler zwischen Verbrauchern und Unternehmen. Der Anbieter finanziert sich durch die Programmierung von Schnittstellen, welche Unternehmen brauchen, um den Zugang zum Datenmarkt zu erhalten. Nach Ansicht des Start-ups sind die gehandelten Daten aktueller und qualitativ hochwertiger, wenn ein Konsens zwischen beiden Seiten über ihre Nutzung besteht.

          Nach der Registrierung bei BitsaboutMe lädt der Nutzer seine Accounts aus Social Media, E-Mail-Programmen und Online-Handel hoch. Die Plattform bietet anschließend eine Darstellung aller Daten an und bildet das persönliche Verhalten ab. Sämtliche Informationen werden in einem persönlichen Datenspeicher gesammelt. Dabei handelt es sich um eine verschlüsselte Datenbank, die passwortgeschützt die Informationen einer einzelnen Person enthält. Diese Datenbanken befinden sich in Rechenzentren in der EU und der Schweiz. Jede Datenbank kann nur vom jeweiligen Nutzer eingesehen und kontrolliert werden. So kann der Verbraucher selbst entscheiden, wie viele seiner Daten er zur zeit- und zweckgebundenen Nutzung weiterverkauft. Die Datenprofile bleiben dabei bis zum Abschluss des Datenüberlassungsvertrags unzugänglich. Verkauft werden können Daten anonym, halbanonym unter Angabe demographischer Informationen und offen. Neben tatsächlichen Daten ist auch der Verkauf von Rohdaten möglich. Ausgeschlossen sind lediglich sensible Informationen wie beispielsweise Bankdaten. Bei einem Verstoß gegen die Vereinbarung drohen hohe Strafen aus der Datenschutz-Grundverordnung.

          Vergütet werden die Nutzerdaten abhängig von ihrer Qualität. Für einfache Daten wie Name und E-Mail-Adresse zahlen Interessenten ein bis zwei Euro. Für hochwertigere Daten bekommen Verbraucher zwischen fünf und zehn Euro. In Deutschland beteiligen sich zum Start sieben Unternehmen, in der Schweiz sind es aktuell dreißig.

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