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Online-Journalismus : Google und acht Verlage starten Digital-Initiative

Google-Büro in Toronto Bild: Reuters

Der amerikanische Internet-Konzern und führende europäische Zeitungshäuser, darunter die F.A.Z., gehen einen Pakt für den Journalismus ein. Es soll um Technologie und Innovation gehen. Google legt dafür einen Fonds von 150 Millionen Euro auf.

          2 Min.

          Google und acht europäische Zeitungshäuser, darunter der Verlag der F.A.Z., haben die „Digital News Initiative“ (DNI) ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um eine Partnerschaft, die „qualitativ hochwertigen Journalismus in Europa durch Technologie und Innovation“ fördern soll. Eine Arbeitsgruppe soll Produkte entwickeln, die der Nachrichtenbranche nutzen.

          Michael Hanfeld
          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Für Journalisten soll es Weiterbildung zu digitalen Themen geben. Mit einem von Google auf drei Jahre eingebrachten Volumen von 150 Millionen Euro sollen Projekte unterstützt werden. Dazu können Verlage, Online-Anbieter und Start-ups Ideen einbringen – die DNI versteht sich als „offene Initiative“.

          Sie nimmt von sofort an ihre Arbeit auf. Zu den Gründungspartnern zählen neben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung noch „Les Echos“, „Financial Times“, „The Guardian“, „NRC Media“, „Die Zeit“, „El País“ und „La Stampa“, dazu Branchenverbände wie das European Journalism Centre, das Global Editors Network und die International News Media Association.

          „Ökosystem für Nachrichten“

          Die „Digital News Initiative“ zielt nicht auf eine wirtschaftliche Zusammenarbeit der Beteiligten, sondern auf Innovationen im digitalen Journalismus. Das Ziel sei es, ein „nachhaltiges Ökosystem für Nachrichten“ zu schaffen, durch eine langfristige Zusammenarbeit und „den Austausch zwischen Medienhäusern, Journalisten sowie Anbietern von Informationstechnologie“. 

          Das Programm soll stetig ausgeweitet werden, „jeder in der europäischen Nachrichtenbranche“ solle die Möglichkeit haben, „an einzelnen oder an allen Elementen der Initiative“ teilzuhaben.

          Eine „Produktarbeitsgruppe“ aus Vertretern europäischer Zeitungen soll zunächst Arbeitsaufträge formulieren mit Blick auf Nachrichtendienste, kostenpflichtige Angebote, Datenanalysen, Apps, Videos und Werbung. Von der daraus folgenden Entwicklung von Produkten soll „die gesamte Nachrichtenbranche weltweit profitieren“ können.

          150 Millionen Euro für Projekte

          Die 150 Millionen Euro, mit denen Google die Initiative ausstattet, sollen für „Innovationen im digitalen Nachrichtenjournalismus“ verwendet werden. Mit Vorschlägen können sich Verlage, Online-Anbieter und IT-Startups bewerben. Die Bewerbungen werden von einer Beratergruppe der DNI beurteilt. In Hamburg, London und Paris werden Google-Mitarbeiter Weiterbildungen anbieten. Finanziert wird unter anderem ein erweiterter „Reuters Institute Digital Report“ zum Nachrichtenkonsum und Nutzerverhalten in Europa.

          „Das Internet bietet für die Gestaltung und Verbreitung von gutem Journalismus enorme Möglichkeiten“, sagte Carlo D’Asaro Biondo, President of Strategic Relationships für Google in Europa, zu der Zusammenarbeit. Doch stellten sich „berechtigte Fragen, wie ein qualitativ hochwertiger Journalismus im digitalen Zeitalter aufrechterhalten werden kann“. Bei der Digital News Initiative werde Google mit Zeitungsverlagen und Branchenverbänden daran arbeiten, „nachhaltigere Nachrichtenmodelle zu entwickeln“. Es seien alle eingeladen, „sich uns anzuschließen“.

          In den vergangenen drei Jahren habe „die erste Auflage des von Google unterstützten Fonds für die digitale Innovation der Presse (FINP) gezeigt, wie eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Google und den Nachrichtenmedien funktionieren kann“, sagte der Vorstandschef der Gruppe Les Echos, Francis Morel. Die Digital News Initiative erweitere das Konzept. Die Zusammenarbeit „sollte erheblich zu einer Verbesserung der wirtschaftlichen Voraussetzungen für digitale Nachrichten beitragen,“ so Morel.

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