https://www.faz.net/-gqz-96teg

„Hätte nicht passieren dürfen“ : „heute show“ bittet AfD um Entschuldigung

  • Aktualisiert am

Der Moderator der „heute-show“, Oliver Welke Bild: dpa

Ein kurzer Ausschnitt der Satiresendung über einen Politiker mit Sprachbehinderung hat bei der AfD Empörung ausgelöst. Nun hat der Moderator reagiert.

          Die ZDF-Satiresendung „heute-show“ hat auf AfD-Kritik an der Darstellung des AfD-Sachverständigen Dieter Amann reagiert. „Für die „heute-show“ war die Sprachbehinderung von Dieter Amann nicht erkennbar – es war nicht unsere Absicht, uns über diese Behinderung lustig zu machen“, twitterte die „heute-show“ am Montagabend unter der Überschrift „Hätte nicht passieren dürfen.“

          Am Abend stellte Moderator Oliver Welke klar: „Hätte irgendjemand aus unserer Runde gewusst, dass Herr Amann unter einer Sprachstörung leidet, wäre dieser Clip niemals in der „heute-show“ gelaufen.“ Sollte Amann sich durch den gezeigten Ausschnitt und die Moderation verletzt fühlen, so Welke, „tut mir persönlich das sehr leid“.

          Der Ausschnitt zeigt Amann, wie er von einem Blatt abliest und Zweifel daran äußert, dass Flüchtlinge ausreichend gut Deutsch sprechen, um auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Dabei bricht seine Stimme, und er gerät ins Stottern. Aus dem Off ertönt daraufhin Gelächter, Welke sagt nach dem Abschnitt: „Sprache ist das Allerwichtigste“ (Die Sendung gibt es hier, der Ausschnitt beginnt bei Minute 15).

          Vor Welkes Bitte um Entschuldigung hatte die AfD das ZDF wegen der Sendung am Freitagabend scharf kritisiert und eine klare Distanzierung des Senders gefordert. Amann leide seit frühester Kindheit unter einer sprachlichen Behinderung, teilte die Partei mit.

          Zu Beginn der Anhörung zum Familiennachzug für nachrangig Schutzberechtigte im Hauptausschuss des Bundestages habe der Sachverständige „sogar noch ausdrücklich darauf hingewiesen“. Die AfD warf Moderator Oliver Welke vor, sich „in menschenverachtender Weise“ über Amann „ausgelassen“ zu haben. Welke betonte, seine Redaktion habe den Ausschnitt vom ARD-„Mittagsmagazin“ übernommen. Die einleitenden Worte von Amann hätten der „heute-show“ nicht vorgelegen.

          Weitere Themen

          Wie ein Ohrwurm ins Ohr kommt

          Wie erkläre ich’s meinem Kind? : Wie ein Ohrwurm ins Ohr kommt

          Morgens beim Frühstück läuft „Despacito“ im Radio – und für den Rest des Tages in Dauerschleife im Kopf. Ein Ohrwurm kommt unerwartet und in den merkwürdigsten Formen. Warum bleiben eigentlich manche Lieder im Kopf kleben?

          Matthew Sweeney: „Hund und Mond“

          Frankfurter Anthologie : Matthew Sweeney: „Hund und Mond“

          Die Gedichte des irischen Schriftstellers Matthew Sweeney sind witzig und ernst zugleich. Seine Geschichten lösen Altbekanntes von der Realität und erweitern damit unsere Vorstellungskraft.

          Topmeldungen

          Kanzlerin Merkel: Auch wenn das Klima-Paket der Koalition am Freitag zu einem Eckpunkte-Päckchen schrumpfte, ein Scheitern konnte sich die Koalition nicht leisten.

          Klimapolitik : Der Offenbarungseid der Merkel-Ära

          Der Klimaschutz in Deutschland muss nicht nur das Klima retten. Die Koalition denkt auch an sich. Zwischen Protestkultur von links und rechts sucht sie den Mittelweg.
          Die ehemalige Bundesjustizministerin Katharina Barley (l) sitzt neben ihrer Nachfolgerin Christine Lambrecht. (Archiv). Beide werden von Anwälten kritisiert.

          Rechtspolitik : Die Anwälte fühlen sich alleingelassen

          Im Koalitionsvertrag von Union und SPD ist ein Pakt für den Rechtsstaat geplant. Doch er ist justizlastig, die Anwälte befürchten, zu kurz zu kommen. Dabei müssten sie gerade in der Politik eigentlich viele Fürsprecher haben.

          Irlands Grenze : Kann Technik den Brexit-Streit lösen?

          Britische Fachleute hoffen immer noch auf eine „unsichtbare Grenze“ in Irland. Diese wäre extrem wichtig für den Frieden auf der irischen Insel. Dafür braucht es aber jede Menge technische Vorkehrungen – und ein schnelles Handeln.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.