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Soli-Aktion für Olena Selenska : Sitzen wie eine First Lady

  • -Aktualisiert am

Unter #sitlikeagirl demonstrieren ukrainische Frauen in den sozialen Medien ihre Solidarität mit der First Lady Olena Selenska. Bild: Ukrinform/Twitter

Das „Vogue“-Cover mit Olena Selenska würde die Kriegszerstörungen als Glamour-Kulisse missbrauchen, hieß es. Jetzt antworten Ukrainerinnen mit der Fotoaktion #sitlikeagirl auf die Vorwürfe – kraftvoll und heimtückisch.

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          Alles, was mit dieser Welt falsch ist, seien die Fotos von der sogenannten ukrainischen First Lady, die Annie Leibovitz für „Vogue“ geschossen hat, schrieb der südafrikanische Fotograf Adam Broomberg, der in Berlin lebt, an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg lehrt und nicht die leiseste Ahnung von der Ukraine hat. Sie seien abscheulich, würden die Kriegszerstörungen als Glamour-Kulisse missbrauchen, von Wolodymyr Selenskyjs vermeintlicher Mitschuld am Krieg ablenken, während die gesichts- und namenlose Jugend jeden Tag sterbe. Dazu würden sie ein antiquiertes Modell propagieren, männliche Helden mit weiblichen Ermöglicherinnen an der Seite.

          Es gibt offensichtlich ein paralleles Universum, in dem ein Professor für Fotografie die Lawine von Bildern aus der Ukraine übersehen konnte, die genau das zeigen: das Leben und das Sterben von ukrainischen Militärs und Zivilisten, die Wucht der Zerstörung, den Mut und die Verzweiflung von Menschen in allen Lebenslagen. Broombergs Instagram-Post ging in diesem Paralleluniversum viral, schaffte es in die Medien unter dem Stichwort „Kontroverse“ und steht tatsächlich exemplarisch für so viele Debatten, die man im Westen über die Ukraine führt: selbstbezogen, faktenfrei und Lichtjahre von der ukrainischen Realität entfernt.

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