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Triell-Umfrage von Forsa : Nicht jede Stimme zählt

Annalena Baerbock, Armin Laschet und Olaf Scholz nach dem Triell Bild: dpa

Nach dem Triell bei RTL war die Verwunderung groß, dass Olaf Scholz „gewonnen“ hatte. Das ergab eine Blitzumfrage von Forsa. Wie kommt das Ergebnis zustande? Wir kennen einen Teilnehmer, dessen Votum nicht gewertet wurde.

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          Die Überraschung war groß nach dem Triell bei RTL am vergangenen Sonntag: Olaf Scholz hatte die Debatte „gewonnen“. Annalena Baerbock landete auf Platz zwei, Armin Laschet auf dem dritten Rang. Doch war Scholz in der Sendung nicht, wie es in der Nachbesprechung hieß, „vor sich hin gedieselt“, während sich Armin Laschet angriffslustig gab und Annalena Baerbock gegen ihre beiden Kontrahenten austeilte, was sich, nicht nur bei ihren Parteigängern, auf das Urteil auswirken müsste? Reicht es, wenn Scholz die Raute macht? Glaubt man der Blitzumfrage des Instituts Forsa, dann war es so: 36 Prozent für Scholz, dreißig Prozent für Baerbock, 25 Prozent für Laschet. Doch wie kommt ein solches Ergebnis zustande, das angeblich repräsentativ ist und alle zum Verstummen bringt, weil sie die Zahlen für bare Münze nehmen? Was uns ein Teilnehmer der Umfrage dazu berichtet, wirft Fragen auf.

          Umfrage in zwei Runden

          Michael Hanfeld
          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Die Teilnehmer der Onlineerhebung wurden nämlich zweimal um ihr Votum zu den drei Kanzlerkandidaten gebeten. So hatte es Forsa ihnen auch drei Tage vor dem Triell in einer vorbereitenden Mail angekündigt. Sie sollten ihre Einschätzung einmal gegen Mitte der RTL-Sendung abgeben und dann am Ende. Bei der ersten Runde war unser Gewährsmann dabei, er gab an, dass er Armin Laschet in den abgefragten Kategorien – Glaubwürdigkeit, Sympathiewert, Verständlichkeit – vorne sehe. Nach der Fragerunde, die mit einem akustischen Signal angekündigt wurde, erschien auf dem Bildschirm unseres Teilnehmers der Hinweis, er sei für die zweite Befragung in der Warteliste eingeplant. Dann hieß es, er möge sich gedulden. Dann geschah – nichts.

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