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Gebühren gesenkt : Öffentlich-rechtliches Fernsehen wird billiger – in Japan

Eine Frau vor einem riesigen Fernseher in Tokio. Bild: REUTERS

Davon könne Deutsche nur träumen: Zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre senkt Japans öffentlich-rechtlicher Sender NHK die Beitragsgebühren.

          In Deutschland gab es das nur einmal. 2015 mussten die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten auf Druck der Politik den Rundfunkbeitrag senken, von 17,89 auf 17,50 Euro im Monat oder um 2,2 Prozent. Zur Freude der japanischen Bürger ist Japan da den Deutschen voraus. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre senkt der öffentlich-rechtliche Rundfunksender Japans, NHK, seine Gebühren. In zwei Schritten bis Oktober 2020 werden die Gebühren um etwa 4,6 Prozent verringert. Zuletzt senkte NHK die Gebühren 2012 um durchschnittlich 7 Prozent.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Mit der neuen Verringerung weitet Japan seinen Preisabstand gegenüber der deutschen Rundfunkgebühr von 17,50 Euro im Monat aus. Der NHK-Empfang über terrestrische Sender kostet künftig nur noch 1201 Yen im Monat oder 9,30 Euro. Für den Empfang über Satelliten werden künftig 2128 Yen fällig oder 16,40 Euro. Anders als in Deutschland, wo die Gebühr fix ist, können japanische Haushalte noch wählen, ob sie auf die Satellitenübertragung verzichten und damit weniger Gebühren zahlen. Wer kein Fernsehgerät besitzt, muss in Japan, anders als in Deutschland, auch keine Gebühr zahlen. Anders als in Deutschland bietet NHK auch kundenorientiert Ermäßigungen, wenn die Bürger über Dauerauftrag oder Kreditkarte oder für mehr Monate im Voraus zahlen.

          Davon ist zur Zeit keine Rede

          NHK, Nippon Hoso Kyokai, gehen durch die Gebührensenkung 32,8 Milliarden Yen Beitragseinnahmen von derzeit 706 Milliarden Yen (5,5 Millionen Euro) im Jahr verloren. Das war keine freiwillige Entscheidung sondern der Preis dafür, dass NHK sich künftig an einer von privaten Fernsehsender betriebenen Internet-Plattform beteiligen darf, auf der Sendungen live und für einige Tage nach Sendung angeschaut werden dürfen. Der Rundfunksender will damit versuchen, mehr und gerade jüngere Kunden zu erreichen. Im vergangenen Jahr hatte NHK noch von dem Wunsch nach einer Internet-Gebühr für Besitzer von Computern oder Handys gesprochen. Davon ist zur Zeit keine Rede.

          NHK betreibt schon jetzt einen „Video-auf-Abruf“-Dienst, auf der gegen Gebühr verpasste Sendungen nachgeschaut werden können. Dort werden künftig alle Sendungen für eine Woche lang sichtbar sein.

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