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„Kleine Germanen“ bei Arte : Wie Kinder in rechtsnationalen Kreisen aufwachsen

  • -Aktualisiert am

Eine Kindheit in der rechten Szene: Die jugendliche Elsa steht in einer Gruppe von Menschen, die alle ihren rechten Arm zum Hitlergruß gehoben haben. Bild: SWR

Dem Katastrophen- und Verteidigungsnarrativ im rechten Milieu können dessen Jüngste nicht entrinnen: „Kleine Germanen“ zeigt interessante Einblicke.

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          Als vor zwei Jahren die Diskussion aufkam, ob und wie man mit Rechten reden solle, war oft die Sorge zu hören, man bereite damit Ideologen, die ihre Ansichten nicht für diskutabel hielten, eine Bühne und falle, mit Adorno gesprochen, grundlos hinter den „Materialstand“ zurück. Die Filmemacher Mohammad Farokhmanesh und Frank Geiger haben auf solche Befindlichkeiten nicht viel gegeben. Sie lassen in ihrem Dokumentarfilm, der um die Indoktrination von Kindern in rechtsnationalen Familienstrukturen kreist, bekennende Rechte ausführlich zu Wort kommen.

          Ein Drittel der Sendezeit ist ihren Aussagen vorbehalten, während der Rest mit Erklärungen von Aussteigern und Experten gefüllt wird. Einen übergreifenden Kommentar gibt es nicht. Wie zu erwarten war, mussten sich Farokhmanesh und Geiger Anwürfe aus beiden Richtungen gefallen lassen: Die Linke bemängelte reflexartig, es werde Rechten eine Bühne geboten; Rechte hinterließen geifernde Kommentare unter dem Youtube-Trailer. Ihr Hass richtet sich vor allem gegen Farokhmanesh, der zwar Deutscher ist, aber iranische Vorfahren hat. Bei den Interviews mit den Rechten war er nicht dabei, damit diese sich nicht „eingeschränkt“ fühlten. Schon das wirft ein bezeichnendes Licht auf das fast unmöglich gewordene Gespräch über Ideologiegrenzen hinweg.

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