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Intendantenwahl beim SWR : Nimm zwei und nicht vier

Kandidatin mit Aussicht: Stefanie Schneider, Landessenderdirektorin Baden-Württemberg des SWR. Bild: dpa

Zur Intendantenwahl beim SWR treten nur Stefanie Schneider und Kai Gniffke an. So haben es der Rundfunk- und der Verwaltungsrat des Senders beschlossen. Warum gibt es nicht mehr Kandidaten?

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          Wenn der Rundfunkrat- und der Verwaltungsrat des Südwestrundfunks am 23.Mai in einer gemeinsamen Sitzung über die Zukunft der zweitgrößten ARD-Anstalt entscheiden, werden sie nur zwei Wahlmöglichkeiten haben: Sie können die 57 Jahre alte Landessenderdirektorin Stefanie Schneider zur neuen Intendantin küren. Oder sie können sich für den 58 Jahre alten Kai Gniffke entscheiden. Der Rundfunk- und Verwaltungsrat der Zweiländeranstalt folgte am Freitag dem Vorschlag der „Arbeitsgruppe Intendantenwahl“ und nahm den Personalvorschlag des Gremiums an. Von anwesenden Rundfunk- und Verwaltungsräten stimmten siebzig für den Vorschlag, vier enthielten sich und ein Verwaltungsrat stimmte dagegen.

          Rüdiger Soldt
          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Der Personalvorschlag war in den vergangenen Wochen von dem Vorsitzenden des baden-württembergischen Rundfunkrats, Volker Stich, erheblich kritisiert worden. Der frühere Vorsitzende des Beamtenbundes hatte die Verengung der Auswahl auf zwei Journalisten als intransparent kritisiert. Auch Sascha Binder, Mitglied des Rundfunkrats und Generalsekretär der baden-württembergischen SPD, hatte kritisiert, dass es dem Sender und dem Ansehen des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks schade, wenn es nur eine Auswahl zwischen zwei Personen gebe.

          Der baden-württembergische Landrat und Rundfunkrat Günther-Martin Pauli (CDU), der auch dem konservativen Freundeskreis vorsteht, hatte sich besonders deutlich dafür ausgesprochen, es bei zwei Kandidaten zu belassen. „Das Wahlgremium hat der Arbeitsgruppe am Freitag nun bescheinigt, den Arbeitsauftrag erfüllt zu haben.“ Die Findungskommission habe gewissenhaft alle Bewerbungen geprüft und sich bewusst für zwei Personen entschieden.

          Jetzt ist er Intendant: Kai Gniffke, bislang Chefredakteur ARD-aktuell.
          Jetzt ist er Intendant: Kai Gniffke, bislang Chefredakteur ARD-aktuell. : Bild: dpa

          Mit der Entscheidung sind der 57 Jahre alte NDR-Fernsehchefredakteur Andreas Cichowicz und der stellvertretende Landessenderdirektor in Stuttgart, Clemens Bratzler, aus. SWR-Verwaltungsdirektor Jan Büttner hatte schon zuvor seine Bewerbung zurückgezogen, aber in einem Brief die Gremien und die Politiker auf den großen Reformbedarf des Senders aufmerksam gemacht.

          An der Frage, wer am ehesten in der Lage ist, die Stellung des Senders innerhalb der ARD zu verbessern und zugleich in der Lage sei, ihn grundlegend zu modernisieren, dürfte sich die Intendantenwahl im Mai entscheiden. Die Unruhe innerhalb des Senders ist sehr groß. Die Verwaltungsräte- und Rundfunkräte berichten von zahlreichen anonymen Schreiben, in denen die Bewerber diskreditiert werden. Innerhalb des Rundfunkrats und auch innerhalb des Senders hoffen viele auf eine Außenbesitzung und die Wahl Gniffkes. Der Chefredakteur von ARD-Aktuell kenne die komplizierten Strukturen der ARD und habe mit den „Tagesthemen“ und der Modernisierung von ARD-Aktuell gezeigt, dass er den öffentlichen-rechtlichen Sender in die Zukunft führen könne. Hätten sich vier Bewerber vorgestellt, wären Gniffkes Chancen geringer gewesen, weil sich die Stimmen dann auf mehrere Kandidaten verteilt hätten und die weiblichen Gremienmitglieder stärker ins Gewicht gefallen wären, die sich eine Intendantin wünschen.

          Für Stefanie Schneider sprechen sich diejenigen aus, für die das Argument Frau zwingend ist und die zugleich der Auffassung sind, dass nur ein Bewerber aus dem Sender die Konflikte lösen könne. Dass sich Schneiders Stellvertreter Bratzler beworben hat, werten viele als Affront und als Indiz für die Unbeliebtheit der Landessenderdirektorin. Viele trauen Schneider das Amt nicht zu, sie werfen ihr „Provinzialität“, ihre Nähe zu den Grünen, den angeblich ruppigen Führungsstil sowie die mangelnde Erfahrung in der ARD vor. Gniffke ist seit Beginn der achtziger Jahre SPD-Mitglied, er kann offenbar auf die Unterstützung der Mainzer Staatskanzlei sowie des konservativen Freundeskreises zählen.

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