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Reality Leigh Winner : NSA-Whistleblowerin zu Haft verurteilt

  • Aktualisiert am

Wurde vermutlich durch ein Wasserzeichen überführt: Whistleblowerin Reality Leigh Winner. Bild: Reuters

Die NSA-Whistleblowerin Reality Leigh Winner muss ins Gefängnis. Sie hatte dem Portal „The Intercept“ Dokumente des Geheimdienstes zugespielt. Warum schützte die Enthüllungsplattform ihre Informantin nicht?

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          Eine frühere Mitarbeiterin eines Dienstleisters des amerikanischen Geheimdienstes NSA ist Medienberichten zufolge am Donnerstag in Augusta, Georgia zu 63 Monaten Haft verurteilt worden. Die 26 Jahre alte Reality Leigh Winner hatte der Online-Enthüllungsplattform „The Intercept“ im Mai 2017 als Whistleblowerin anonym ein mehrseitiges Dokument des NSA geschickt. Das Geheimpapier beschrieb Versuche des russischen Geheimdienstes, auf den amerikanischen Wahlkampf Einfluss zu nehmen.

          „The Intercept“ veröffentlichte den Artikel dazu am 5. Juni 2017. Am selben Tag machte das amerikanische Justizministerium Winners Festnahme bekannt. Die Anklage warf ihr einen Verstoß gegen das Spionagegesetz vor. Winner gestand vor Gericht die „unautorisierte Weitergabe“ von Sicherheitsdokumenten. Staatsanwalt Bobby Christine erklärte, Winner habe „die Sicherheit unsere Nation riskiert“.

          Kritiker des Urteils verteidigten Winner als Whistleblowerin. Der Direktor für bürgerliche Freiheiten im Verband „Electronic Freedom Foundation“, David Greene, kritisierte die Anwendung des Spionagegesetzes. Das im Ersten Weltkrieg beschlossene Gesetz richte sich gegen Spione, die militärische Geheimnisse an das Ausland verraten. Mehrmals hätten amerikanische Regierungen das Gesetz jedoch missbraucht gegen Whistleblower wie Daniel Ellsberg und Edward Snowden. Ellsberg hat 1971 die Pentagon-Papiere über den Vietnamkrieg an Medien weitergegeben, Snowden 2013 Dokumente zu Überwachungen durch den NSA.

          Nach Winners Festnahme hatten Enthüllungsjournalisten Kritik an „The Intercept“ geäußert. Die Redaktion sei nicht sorgsam genug vorgegangen. Der Geheimdienstexperte und frühere „Washington Post“-Journalist Barton Gellman sprach von „katastrophalem Versagen beim Quellenschutz“.

          Die „The Intercept“-Chefredakteurin Betsy Reed bedauerte, dass ihre Publikation eigene Schutzstandards nicht beachtet habe. Ein Vertreter von „The Intercept“ soll einer Quelle mit Kontakten zum NSA eine Kopie des geleakten Papiers zum Verifizieren vorgelegt haben. Ein FBI-Dokument zur Begründung einer Hausdurchsuchung bei Winner beschrieb, wie die Analyse der Kopie zu Winner geführt hatte.

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