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NSA-Kampagne : Bitte erzählen Sie von unserem Geschäft

  • -Aktualisiert am

NSA-Chef Keith Alexander wirbt um neues Vertrauen - auch bei den Familien und Freunden seiner Mitarbeiter. Bild: dpa

Rechtzeitig zu den Festtagen verteilt die NSA an ihre Mitarbeiter Zettel mit Antworten für die Fragen, die Familie und enge Freunde wohl stellen werden.

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          Die Szene, um die es hier geht, ist aus Filmen bekannt. Geheimagenten, die gerade noch die Welt retteten, erzählen am Abend ihren Familien, dass sie doch nur einen normalen Tag im Büro gehabt hätten. Was für die CIA-Mitarbeiter noch stimmt – wir haben jedenfalls bislang nichts Gegenteiliges vernommen – gestaltet sich für die Mitarbeiter der NSA derzeit entsprechend schwierig. Denn alle Welt hat durch die Snowden-Enthüllungen einen Einblick darin, womit sich der Geheimdienst befasst. Und die Familien der Agenten wissen sogar, mit welchen Worthülsen sie beruhigt werden sollen.

          Rechtzeitig zum Thanksgiving –Fest gab die NSA ihren Mitarbeitern ein zweiseitiges Dokument in die Hand, das alle als notwendig betrachteten Sprachregelungen enthielt: Man diene politischen und militärischen Kunden, führe Befehle des Präsidenten aus, stehe „Schulter an Schulter“ mit seinen Partnern und verteidige Amerikas Freiheit. 54 Terrorereignisse haben man dadurch im vergangenen Jahrzehnt verhindern können, 20 NSA-Kryptologen seien im Irak oder in Afghanistan getötet worden. Die Geheimdienstaufsicht sei intakt, die eigene Leistung „außerordentlich gut“.

          NSA-Sprechzettel, datiert auf den 22 November 2013. Eine Woche vor Thanksgiving.

          Den NSA-Mitarbeitern, die mit diesem Schreiben „autorisiert“ werden, diese Angaben mit „der Familie und engen Freunden“ zu teilen, wird auch eine Mission mitgegeben. Wenn westliche Werte verteidigt werden, zähle Privatsphäre neben Freiheit und Sicherheit ausdrücklich dazu. Allerdings müsse nun sichergestellt werden, dass „die Amerikaner die NSA verstehen“. Die Mitarbeiter sollen daher die Ankündigung machen, dass die NSA zukünftig transparenter dahingehend wird, das „Business“ der NSA zu diskutieren. „Business“ kann hier freilich doppelt ausgelegt werden, als Aufgabe und Geschäft. Die „Kunden“ („political and military customers“) stehen diesen Schlussaussagen bereits in der ersten Zeile gegenüber.

          Es bleibt natürlich im Unbekannten, was die NSA im Übrigen mit ihrem Zettel erreichen wollte. Ersichtlich wird aus dem zweiseitigen Dokument allerdings, dass Terrorbekämpfung ein immer schwierigeres Argument für das Handeln des Nachrichtendienstes ist. Stattdessen wird Wert auf das neue Wesentliche gelegt: Die NSA-Mitarbeiter „handeln richtig“ und sie halten sich von Wirtschafts- und Industriespionage fern. Man ermuntere die amerikanische Öffentlichkeit zur Mitarbeit an einer neuen Balance von Transparenz- und Sicherheitsbemühungen: „Wir begrüßen den öffentlichen Dialog.“

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