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Rundfunkordnung : Wer Vielfalt schafft, soll belohnt werden

  • -Aktualisiert am

„Public Value ist gerade in den Zeiten der digitalen Filterblasen ein zunehmend wertvolles Gut und sollte gezielt gefördert werden“, sagt Conrad Albert, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Pro Sieben Sat.1. Bild: Jan Roeder

Uns fehlt eine Medienordnung, die zur digitalen Ära passt. Wieso etwa gibt es öffentliches Geld nur für Gemeinwohl-Programme bei ARD und ZDF? Ein Gastbeitrag.

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          Vor wenigen Wochen war es so weit: Die Bundesregierung bekam mit dem Digitalrat eine erfrischend divers zusammengesetzte Expertenrunde für digitale Themen. „Ein kleines, schlagkräftiges Gremium“ wünschte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel. Mit Frauen und Männern aus der Praxis, „die uns antreiben, die uns unbequeme Fragen stellen“. Obwohl die Politik im Digital-Zeitalter vielfach noch die falschen Weichen stellt, ist der Digitalrat ein erster Schritt in die richtige Richtung.

          Ob Brüssel oder Berlin, wir brauchen diesen neuen Kollaborationsgeist, der uns im konstruktiven Miteinander von Politik und Wirtschaft bestärkt und in neuen Dimensionen denken lässt. Denn in unserer dynamischen Digital-Ära ist Stillstand existenzbedrohend. Zahlreiche deutsche Unternehmen haben bereits erfolgreich disruptive Transformationsprozesse eingeleitet – vor allem auch in der Medienindustrie. Zugleich werden anachronistische Rahmenbedingungen zementiert, Revisionen nicht zu Ende gedacht und der Regulierungsbedarf gegenüber den globalen Digital-Giganten wird noch immer vernachlässigt. Dies ist eine gefährliche Entwicklung, die nicht nur hiesige Geschäftsmodelle gefährdet, sondern unser gesamtes Mediensystem. Ein System, das auf Vielfalt basiert und eine wichtige Säule unseres demokratischen Wertesystems ist.

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