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Pulitzer-Preis : „New York Times“ für Russland-Berichte ausgezeichnet

  • Aktualisiert am

Menschen gehen am Redaktionsgebäude der „New York Times“ vorbei. (Archivfoto) Bild: AFP

Für ihre Berichte über das aggressive Vorgehen des russischen Präsidenten erhält die „New York Times“ den renommierten Journalistenpreis. Berichte rund um die Pandemie wurden dieses Jahr noch nicht prämiert.

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          Die „New York Times“ ist der Hauptgewinner der diesjährigen Pulitzer-Preise. Die Zeitung wurde am Montag mit drei der prestigeträchtigen Preise geehrt. Die Auszeichnungen erhielt das Blatt unter anderem für eine Artikelserie über den russischen Präsidenten Wladimir Putin sowie eine Investigativreportage über unethische Kreditvergabepraktiken im New Yorker Taxigewerbe. Die Zeitung habe über „eine Reihe packender Geschichten mit großem Risiko“ berichtet und damit das aggressive Vorgehen von Putin enthüllt, erklärte die Jury ihre Entscheidung.

          Mit einem Preis geehrt wurde ferner die „New York Times“-Journalistin Nikole Hannah-Jones für einen Essay zu den historischen Ursprüngen der Vereinigten Staaten aus der Perspektive der Sklaven. Ein weiterer Preis ging an die „Washington Post“ für eine Artikelserie über die Auswirkungen der Klimaerwärmung auf verschiedene Weltregionen. Die „Anchorage Daily News“ und die Recherche-Plattform „ProPublica“ erhielten einen Preis für ihre Geschichten zu Dörfern ohne ausreichenden Polizeischutz in Alaska.

          Die „Seattle Times“ wurde für ihre Berichterstattung über die Sicherheitsprobleme der Boeing 737 MAX geehrt, für die seit zwei Abstürzen ein weltweites Flugverbot gilt. Fotopreise gingen an die britische Nachrichtenagentur Reuters für Bilder von den Protesten in Hongkong sowie an die amerikanische Agentur AP für eine Bilderserie über das Leben in der zwischen Indien und Pakistan umstrittenen Region Kaschmir.

          Noch keine Pandemie-Themen

          Die Frist zum Einreichen der Wettbewerbsbeiträge hatte am 25. Januar geendet, weshalb die Berichterstattung über die Coronavirus-Pandemie in der Vergabe der Preise nicht mehr berücksichtigt wurde. Die Verleihung der Pulitzer-Preise fand wegen des Virus nicht wie üblich in einer Zeremonie an der New Yorker Columbia University statt, sondern lediglich virtuell. Die Vorsitzende der Jury, Dana Canedy, gab die Gewinner per Livestream bekannt. Aufgrund der Coronavirus-Krise war die eigentlich für den 20. April geplante Veranstaltung um zwei Wochen verschoben worden. Den Jury-Mitgliedern – teils selbst Journalisten, die derzeit über die Pandemie berichten – sollte so mehr Zeit zur Beurteilung der Finalisten gegeben werden.

          Der nach einem 1911 verstorbenen New Yorker Verleger benannte Pulitzer-Preis ist eine der weltweit renommiertesten Auszeichnungen für Journalisten und andere Arten von Publikationen. Der Preis wird seit 1917 verliehen.

          14 der 21 Kategorien der Pulitzer-Preise sind journalistischen Arbeiten vorbehalten, von investigativen Geschichten über Fotos bis zu Karikaturen. Die Auszeichnung wird aber auch für Literatur sowie für Musik und Theater vergeben.

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