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Mediensekretariat im Vatikan : Bessere Presse für Franziskus

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Die päpstliche Zeitung „L’Osservatore Romano“ und andere Medienformate des Vatikans sollen effizienter und offener arbeiten. Bild: dpa

Der Papst sortiert seine Medienabteilung durch: Das neue „Sekretariat für die Medien und Kommunikation“ soll weniger verbergen und die kirchlichen Belange offen in die Welt tragen. Zumindest der neue Leiter gilt als weltoffener Theologe.

          Transparenter, straffer organisiert, moderner: Papst Franziskus stellt seine Öffentlichkeitsarbeit neu auf. Das nun geschaffene „Sekretariat für die Medien und Kommunikation“ führt die bisher unabhängig voneinander arbeitenden Institutionen vom Medienrat bis zum Sprecheramt unter Pater Federico Lombardi zusammen. In Zukunft möchte der Papst, der mutmaßlich selbst der beste PR-Manager in eigener Sache ist, sich auf eine schlagkräftige Organisation verlassen können, die weniger verbirgt und offen kirchliche Belange in die Welt trägt.

          Wie genau das geschehen soll, ist dem päpstlichen „Motu Proprio“, dem von Franziskus selbst verfassten Schreiben, nicht zu entnehmen. Die wichtigste neue Personalie dagegen steht schon fest: Am Montag übernahm Dario Edoardo Vinagò, der bisherige Chef des vatikanischen Fernsehzentrums, das neue Mediensekretariat. Der 1962 in Rio de Janeiro geborene italienische Geistliche und Medienethiker gilt als weltoffener Theologe. Er entstammt der Schule des liberalen Mailänder Erzbischofs Carlo Maria Martini und war 2013 vom damaligen Papst Benedikt XVI. an die Spitze des Fernsehzentrums berufen worden - als Franziskus’ Vorgänger versuchte, die desolate Medienpolitik des Vatikans nach „Vatileaks“, dem Skandal um die vom päpstlichen Schreibtisch gestohlenen Dokumente, offensiver zu gestalten.

          Zahlreiche Mängel bei der bisherigen Medienarbeit

          Franziskus tut nun den nächsten Schritt. Die neue Medienbehörde soll für das Presseamt des Heiligen Stuhls, für Radio Vatikan, die päpstliche Zeitung „L’Osservatore Romano“, die vatikanische Fernsehproduktion, den Vatikanverlag LEV, die Vatikandruckerei, den Fotodienst und das Online-Büro zuständig sein. Der bisherige päpstliche Medienrat geht in diesem „Ministerium“ auf. Mit dem Umbau setzt der Papst eine Anregung der „Patten-Kommission“ und seines Beratergremiums von neun Kardinälen aus aller Welt um.

          Stirnrunzeln über die Medienarbeit des Vatikans: Chris Patten fand mit seinem Team zahlreiche Mängel.

          Chris Patten, der letzte britische Gouverneur Hongkongs und lange Zeit Vorsitzender des BBC Trust, hatte mit seinem Team über Monate die Medienarbeit des Vatikans untersucht und zahlreiche Mängel gefunden. Von den etwa 70 Millionen Euro, die der Heilige Stuhl jedes Jahr für seine Pressearbeit ausgebe, fließe der größte Teil in die Finanzierung von Radio Vatikan und in die Vatikanzeitung, stellte Patten fest. Das vatikanische Presseamt und das Fernsehzentrum seien dagegen völlig unterfinanziert. Patten schlug vor, die Mittel und auch das Personal umzuverteilen.

          Diese Arbeit soll Viganò, der an der Spitze seines vierköpfigen Teams, zu dem auch zwei Laien gehören, zunächst ins Funkhaus von Radio Vatikan einzog, in den nächsten vier Jahren umsetzen. Sein zweiter Mann ist der bisherige Chef des Internetbüros, Lucio Adrian Ruiz, ein knapp 50 Jahre alter Geistlicher aus Franziskus’ Heimat Argentinien.

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