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Neues App-Feature : Lost in Google Translation

Google könnte hier helfen – oder maßlos in die Irre führen Bild: Picture Alliance

Viele Reisende standen schon ratlos vor Schildern, die etwa den Weg zur Innenstadt auswiesen – aber eben in der Landessprache. Ausgerechnet das bis zum Dadaismus unzuverlässige Programm Google Translate will da Abhilfe schaffen.

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          Um zu illustrieren, wie gut Google Translate funktioniert, muss man nur diesen Satz hineinladen. Wer ihn ins Englische und dann den englischen Satz zurück ins Deutsche übersetzen lässt, erhält: „Um zu zeigen, wie gut Google Übersetzer arbeitet, die Sie gerade in diesem Set zu laden.“ Wer Angst hat, die Maschinen würden bald die Weltherrschaft ergreifen, atmet da befreit auf. Aber ein bisschen Hilfe von den Maschinen, das wäre doch eine feine Sache. Dachte sich auch Google und hat in seiner Übersetzungs-App nun eine Schilder-Übersetzung implementiert.

          Wer also in Zukunft vor kyrillischen oder chinesischen Schriftzeichen steht, hält nur sein Handy davor und bekommt etwa angezeigt: Zum Bahnhof. Zumindest in der Theorie. Denn wenn die App so gut funktioniert, wie man das von Google Translate kennt, irren Touristen bald noch viel länger durch fremde Städte als zuvor. Ihre leuchtenden Smartphones werden ihre verzweifelten Gesichter erhellen und damit Zeugnis ihrer Bemühungen ablegen, sich mit technischer Hilfe in der Fremde durchzuschlagen.

          Darüber hinaus ist oft schon die Identifikation des richtigen Schildes eine Hürde: Etliche Schilder muss der Reisende auf seiner Suche abscannen, um nach „Supermarkt in 50 Metern“, „Bushaltestelle verlegt“ oder „Widerrechtlich parkende Fahrzeuge werden kostenpflichtig abgeschleppt“ endlich zu erfahren, wo es zum Stadtzentrum geht. Das ist schön, das vermittelt ein umfangreiches Bild der Stadt und seiner Bewohner. Allerdings kann es darüber Abend werden.

          Die große Frage ist: Funktioniert so ein vogelwildes Programm wirklich besser als der Versuch, sich bei Einheimischen nach dem Weg zu erkundigen? Etliche Menschen haben diese Frage bereits mit dem Kauf eines Navigationssystems für sich beantwortet. Nie wieder mit Fremden reden müssen, das scheint an manchen Tagen, etwa wenn man Interviews mit Pegida-Demonstranten sieht, tatsächlich verlockend. Aber früher oder später muss man sowieso fragen. Spätestens, wenn man dank Google Translate statt am Hafen im Bällebad von Ikea gelandet ist.

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