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Neuer „Stern“-Chefredakteur : Wechsel am Steuerrad

Der neue „Stern“-Chef Dominik Wichmann Bild: dapd

Der Generationswechsel beim Magazin „Stern“ war lange geplant. Jetzt wird er vollzogen. Neuer Chefredakteur wird Dominik Wichmann, die bisherigen Leiter Osterkorn und Petzold werden zu Herausgebern.

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          Jetzt endet auch beim „Stern“ eine Ära: Die Chefredakteure Thomas Osterkorn und Andreas Petzold geben die Leitung des Blattes ab und firmieren von Mai an als Herausgeber. Ihre Nachfolge tritt als alleiniger Chefredakteur ihr bisheriger Stellvertreter Dominik Wichmann an. Die drei gestalten das Blatt von sofort an bis Ende April im Triumvirat. Osterkorn scheidet Ende des Jahres – da er dann sechzig ist – auch als Herausgeber aus und steht dem Vorstand von Gruner + Jahr dann als Chefredakteur für Sonderaufgaben und journalistischer Berater zur Verfügung.

          Michael Hanfeld
          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Osterkorn und Petzold leiten den „Stern“ seit vierzehn Jahren. Als sie als Gleichberechtigte begannen, glaubten viele, dass das angesichts des Temperaments der beiden nicht lange halten werde. Doch wechselten sie sich in der Gestaltung des „Stern“ turnusmäßig ab, wenn der eine das Blatt mache, sei der andere gewissermaßen als Außenminister des Blattes unterwegs, sagten sie einmal im Gespräch mit dieser Zeitung.Die Konstruktion hielt.

          Und noch mehr: Osterkorn und Petzold regelten quasi ihre eigenen Nachfolge: Im Sommer 2011 holten sie Dominik Wichmann, der mehr als zehn Jahre lang das Magazin der „Süddeutschen Zeitung“ geleitet hatte. Wichmann begann, sich um eine Neugestaltung zu kümmern. Das Ergebnis dieses Prozesses soll noch im ersten Quartal dieses Jahres vorgestellt werden – der Personalwechsel ist also der erste Schritt. Dass der Generationswechsel seit langem geplant gewesen sei, wie der Verlag Gruner + Jahr mitteilt, trifft zu.

          Das Magazin braucht einen neuen Schub

          Der „Stern“ hat – wie nicht wenige Pressetitel – um seinen wirtschaftlichen Erfolg zu kämpfen, die verkaufte Auflage lag zuletzt bei etwas mehr als 811.000 Exemplaren, zwei Jahre zuvor waren es noch rund 90.000 Stück mehr. Die „Stern“-Ableger „Neon“, „Nido“ und „View“ schlagen sich derweil gut. Gleichwohl gilt es, das Flaggschiff aufzutakeln.

          Die Neuausrichtung des „Stern“ ist auch der nächste große Schritt von Julia Jäkel, die im Vorstand von Gruner + Jahr für das Deutschlandgeschäft zuständig ist. Ihr oblag es zunächst, die „Financial Times Deutschland“ einzustellen – was seit Jahren im Schwange war, aber nicht angepackt wurde und spätestens seit dem vergangenen Sommer ob der eindeutig negativen Haltung des Mehrheitsaktionärs Bertelsmann unausweichlich schien.

          Dann vermochte sie es, die ebenfalls von der Schließung der Wirtschaftsredaktion betroffenen Titel „Impulse“ und „Börse Online“ durch einen Verkauf zu erhalten. Und nun – soll der „Stern“ einen neuen Schub bekommen. Julia Jäkel soll bei der Verkündung des Personalrevirements vor der versammelten „Stern“-Mannschaft dem Vernehmen nach eine Selbstbeschreibung des langjährigen Chefredakteurs Henri Nannen aufgerufen haben. Der hatte sich im Fragebogen des F.A.Z.-Magazins als Charaktereigenschaften zugeschrieben: „Spontaneität und – leider auch – Perfektionismus“. Darum müsse es dem „Stern“ gehen.

          Der neue Schub, darf man annehmen, soll auf den gesamten Verlag, der sich vom Umbruch der vergangenen Wochen erst einmal erholen muss, zurückstrahlen

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