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Neue ZDF-Serie „Heldt“ : Schimanski 2.0

Haben Sie mal Feuer? Nikolas Heldt (Kai Schumann) zündelt gern. Bild: dapd

Cool, smart, todesmutig und ein Frauenversteher: Der neue Held im ZDF-Vorabendprogramm heißt Heldt und soll das junge Publikum begeistern.

          Das kennen wir doch irgendwoher: Cooler Polizist, django- und schimanskimäßig unangepasst in jeder Hinsicht; nörgelnder, leicht peinlicher Chef; fesche Staatsanwältin (mit Model-Vergangenheit); Handlungsort Ruhrgebiet; auf Pointe gesetzte Dialoge, flotter Schnitt, zu jeder Stimmung eingepasste Pop-Musik; Flirtfaktor, disziplinarische Kuratel durch Innendienst - so sieht die zeitgemäße Krimi-Komödie aus.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Nur läuft dieselbe nicht bei Sat.1 und heißt nicht „Der letzte Bulle“, sondern kommt vom ZDF und nennt im Titel den Namen der Hauptfigur, der den Charakter zugleich auf den Nenner bringt: „Heldt“. So heißt die neue, auf zunächst sechs Folgen angelegte Vorabendserie mit Kai Schumann in der Hauptrolle.

          Alle brauchen Heldt

          Und der kann in jeder Episode zeigen, warum er sich aus der zweiten in die erste Reihe gespielt hat. Er gibt diesen Nikolas Heldt als smarten Typen mit ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn, ist charmant zu den Damen und ein Frauen- und Familienversteher zugleich, ein wagemutiger Teufelskerl, der den Vorgesetzten auf der Nase herumtanzt. Einen korrekten Abschlussbericht bringt er nicht zustande, die Teambuilding-Sitzung schwänzt er, aber er löst den Fall, im Alleingang, gegen alle Widerstände, auch und vor allem aus den eigenen Reihen.

          Gleich in der ersten, heute laufenden Folge schießt Heldt übers Ziel hinaus - er wirft dem Großkriminellen und Menschenhändler, den er endlich einbuchten will, eine Handgranate unters Auto. Den Knalleffekt lässt ihm die neue Staatsanwältin Ellen Bannenberg (Janine Kunze macht einen weiteren Schritt von der Comedy ins halbernste Fach) nicht durchgehen. Doch schon bald stellt sich, wie nicht anders zu erwarten, heraus, dass es in dem Fall ohne Heldt nicht weitergeht. Da kann sein auf die Dienstvorschrift pochender Chef Detlev Grün (Timo Dierkes) machen, was er will. Die Bochumer Polizei, ja, eigentlich die ganze Welt, braucht diesen heldenhaften Heldt (davon gibt sich auch das Presseheft des ZDF überzeugt).

          Für die jungen Zuschauer

          Zu sehen gibt es also eine muntere, nicht zu anspruchsvolle Vorabendserie, gemacht von und mit Profis und Routiniers in Regie und Drehbuch, die für das aufs Betuliche abonnierte ZDF jedoch einen Quantensprung darstellt. Denn bis dato liefen auf diesem Sendeplatz Serien der Marke „Der Landarzt“ und „Forsthaus Falkenau“, die langsam ausgemistet werden (den „Bergdoktor“ gibt es aber noch). Die Veränderungen, die sich der Programmdirektor Norbert Himmler vorgenommen hat, um auch jüngere Zuschauer daran zu erinnern, dass es für das Zweite einen Knopf auf der Fernbedienung gibt, nehmen peu à peu Gestalt an. Und mit Kai Schumann gelingt die Akzentverschiebung in recht ansehnlicher Weise.

          Was der Mann wirklich kann, werden wir aber erst demnächst auf dem „Der letzte Bulle“-Sender Sat.1 sehen. Dann nämlich, wenn Schumann als Franz Ferdinand von und zu Donnersberg in „Der Minister“ aufspielt. Auch das ist ein Charakter, der in jeder Hinsicht aus der Rolle fällt.

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