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Neue Videospiele auf Gamescom : Rockstars und Kinderrätsel in der Post-Apokalypse

  • -Aktualisiert am

Mit Händchen fürs Grobe: Rockstar Johnny Silverhand, dem der Schauspieler Keanu Reeves in „Cyberpunk 2077“ das Gesicht leiht, kann auch rauhe Töne anschlagen. Bild: CD Project Red

Mehr als nur ein Hype? Die Videospielmesse Gamescom in Köln schürt die Neugier auf Spiele-Highlights des kommenden Jahres, wirft aber auch die Frage auf, ob die Spiele halten, was Hersteller bildgewaltig versprechen.

          Das Schönste auf einem Rummelplatz wie der „Gamescom“ in Köln, der größten Computerspielmesse der Welt, ist die Wirklichkeitsverpuffung, die sich ereignet, sobald man nur endlich einen der Rechner erreicht hat, auf dem neue Videospiele ausprobiert werden dürfen, oder eines der Kinos, in denen der Blick auf kommende Highlights gelenkt wird. Zwei Sekunden, und der monströse Lärm in den Hallen ist vollkommen egal.

          Besonders spaßig geht es im Fachbesucherbereich der Messe zu, wo die Entwickler des für den kommenden Sommer erwarteten Spiels „Man-Eater“ zeigen, wie es sich als Hai lebt, der einen Streifen der amerikanischen Küste ungeniert mit blutigen Attacken überziehen darf und umso stärker gejagt wird, je mehr Fischer und Strandgäste er verfrühstückt hat. Besonders viel Trubel herrscht an den Ständen des Herstellers Electronic Arts, an dem sich die jüngsten Ausgaben des Racing-Klassikers „Need for Speed“ und des Fußballspiels „Fifa“ – hier mit einem Streetfootball-Modus, der gemischte Teams aus Männern und Frauen ermöglicht – anspielen lassen.

          Für uns interessanter sind vier Titel, in denen die Geschichte im Mittelpunkt steht: Ubisoft gestattet einen Blick auf den dritten Teil der Hacker-Saga „Watch Dogs“ und spricht von einer „Fantasy that speaks to our contemporary world“. „Watch Dogs: Legion“ wird im März erscheinen und spielt, nachdem der sehr clevere zweite Teil vom Kampf gegen die Datenkraken im Silicon Valley handelte, in einem düsteren London, dessen Bevölkerung von den Schergen eines Polizeistaats mit allen technischen Mitteln überwacht und unterdrückt wird.

          In diesem London, in dem man wie gewohnt frei umherlaufen kann, ist durchaus noch Raum für Protest: Am Trafalgar Square etwa sind Demonstranten zu sehen, die „Remember Democracy“ auf ihre Plakate geschrieben haben. Ob das Regime überwältigt werden kann, hängt aber nicht zuletzt davon ab, in welcher Breite das Hacker-Kollektiv „Dedsec“, das sich diesen Kampf auf die Fahne geschrieben hat, den Widerstand organisieren kann. Der spannende Punkt ist, dass sich in „Watch Dogs: Legion“ jede Figur, die herumläuft – wirklich jede – spielen und in die Story hineinziehen lässt.

          In dem Kapitel, das Ubisoft auf der „Gamescom“ präsentierte, fanden wir uns zunächst als alte Frau wieder, die zu den Hackern von Dedsec gehört und ganz offensichtlich nicht zimperlich ist. Über sie galt es ein neues Mitglied für den Widerstand zu rekrutieren. Wir liefen in Westminster gleich in das erstbeste Pub, wählten rein zufällig die Kellnerin aus – und schon hat die Konsole uns nicht nur mit biographischen Rahmendaten und Online-Suchgeschichten der jungen Dame namens Valentina Hofer versorgt, sie hat Hofer auch bereits in die nächsten animierten Zwischensequenzen integriert. Das Kapitel endete damit, dass wir bei „New Scotland Yard“ eindringen, um erpresserisches Material über Hofer, das dort gespeichert war, von einem Server zu löschen. Inwiefern sich diese Freiheit, über die Protagonisten selbst zu entscheiden, mit der Story und der Charaktertiefe der einzelnen Figuren verträgt, wird man bei der Veröffentlichung des Spieles sehen. Doch die Atmosphäre stimmt schon mal.

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