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Neue TV-Serie „The Young Pope“ : Ein Papst wie ein Mafiaboss?

Präferenz für zwiespältige Charaktere: Jude Law Bild: AP

Jude Law spielt in einer neuen Fernsehserie das fiktive Oberhaupt der Katholischen Kirche Pius XIII. „The Young Pope“ soll ein zwiespältiger Charakter sein. Der Produzent denkt dabei glatt an Walter White aus „Breaking Bad“ oder den gefährlichen Präsidenten Francis Underwood.

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          Hamlet, Dr. Watson und jetzt der Papst – mit seinem Rollenportfolio zeigt der Schauspieler Jude Law seine Vielseitigkeit. Den Papst, und zwar den fiktiven Papst Pius XIII., spielt Law in der neuen, auf zunächst acht Teile angelegten Fernsehserie „The Young Pope“. Der Oscar-Preisträger Paolo Sorrentino führt Regie und arbeitet am Drehbuch mit, produziert wird die Serie von den Sendern Sky, HBO und Canal+.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Die Serie soll einen Papst vorstellen, der an seinem Glauben zweifelt, nicht aber an seiner Mission, die darin besteht, die Katholische Kirche wieder verstärkt als Hort der Seelsorge zu begreifen und sich deshalb im Zweifel mit dem Klerus im Vatikan anzulegen. „Der innere Kampf zwischen der Verantwortung als Oberhaupt der Katholischen Kirche und dem Elend eines einfachen Mannes, den das Schicksal (oder der Heilige Geist) dazu ausersehen hat, Papst zu werden“, das werde das Thema sein, sagte Paolo Sorrentino, der im vergangenen Jahr für sein Stück „La Grande Bellezza – Die große Schönheit“ den Oscar für den besten fremdsprachigen Film erhielt.

          Dem machtvollen und widersprüchlichen Charakter, den Jude Law spielen soll, gibt der Produzent Lorenzo Mieli derweil schon das größtmögliche Gepäck mit auf den Weg: Der „junge Papst“ mit bürgerlichem Namen Lenny Belardo, der aus einer italienisch-amerikanischen Familie stammt, werde es an Vielschichtigkeit mit Figuren wie Tony Soprano („Sopranos“), Walter White („Breaking Bad“) und Francis Underwood („House of Cards“) aufnehmen können.

          „The Young Pope“ zeigt auf jeden Fall, dass wirtschaftliche Konkurrenz auch das kreative Geschäft belebt, schließen sich für dieses Projekt doch drei große Abosender zusammen, um im Wettbewerb mit Videodiensten wie Netflix zu bestehen. Die Dreharbeiten zu „The Young Pope“ beginnen im Sommer. Gedreht wird in Italien, Afrika, den Vereinigten Staaten und Puerto Rico.

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