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Neue Pläne der Chefredaktion : „Spiegel“ am Samstag

Die Elbe ruht um das Hamburger Redaktionsgebäude. Im Inneren gibt es Bewegung. Bild: dpa

Chefredakteur Büchner sorgt für Bewegung beim „Spiegel“. Ändern werden sich Erscheinungstag und Layout. „Spiegel Online“ bleibt kostenfrei.

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          Wolfgang Büchner hatte beim „Spiegel“ einen schweren Start. Noch bevor er so richtig da war, flog dem neuen Chefredakteur schon eine Personalie um die Ohren: Nikolaus Blome von der „Bild“ als Hauptstadtchef und Mitglied des Chefredaktion des „Spiegel“, das war für viele Redakteure eine bittere Pille, die sie nicht schlucken wollten. Die Sache ging gerade noch einmal gut. Aber sie wirkt negativ nach. Es war ein Aufstand und ein Machtkampf, den Büchner für sich entschied. Jetzt aber hat der Chefredakteur nach nicht einmal hundert Tagen im Amt sein eigentliches Programm vorgestellt. Das könnte für die Aufbruchsstimmung sorgen, die man in Redaktion und Verlag zuletzt vermisst hat.

          Michael Hanfeld
          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Am Montag erläuterte Büchner den Ressortleitern des gedruckten Magazins und des Internetauftritts „Spiegel Online“, wie er die beiden Flaggschiffe steuern will. Es ändert sich einiges: Von Januar 2015 soll der „Spiegel“ nicht mehr montags, sondern samstags erscheinen. „Wir wissen von unseren Lesern, dass viele das Wochenende als Haupt-Lesezeit sehen. Wir wollen am Samstags mit einem aktuellen ,Spiegel’ erscheinen,“ sagt Büchner dazu im Gespräch mit der F.A.Z..

          Absage an Bezahlschranke

          Im nächsten Frühjahr schon bekommt der gedruckte „Spiegel“ ein neues Layout. „Spiegel Online“, das reichweitenstarke Portal, „ist und bleibt kostenfrei“ für die Nutzer, wie auf Nachfrage bestätigt wird. Das ist also eine endgültige Absage an die Bezahlschranke, die manche Verlage schon eingeführt haben und über die andere noch nachdenken.

          „Wir haben eine Bezahlschranke,“ sagt der Chefredakteur dazu. „Das ist der ,Spiegel’. Die Idee ist, dass wir auch auf der Website von ,Spiegel Online’ sehr viel offensiver zeigen, dass wir ein Premium-Angebot namens ,Der Spiegel’ haben. Die Gesamtheit der ,Spiegel’-Artikel – das ist unser Bezahlbereich.“

          Zweiter Anlauf nach einem missglückten Start: Wolfgang Büchner
          Zweiter Anlauf nach einem missglückten Start: Wolfgang Büchner : Bild: dpa

          Büchner will den digitalen „Spiegel“, der etwas kostet, stärken, indem dort mehr geboten wird denn je und indem die Ressorts des gedruckten Magazins und von „Spiegel Online“ enger zusammenarbeiten. Sie sollen den digitalen „Spiegel“, der inzwischen knapp 50.000 zahlende Abonnenten haben soll, gemeinsam aufrüsten. Zugleich legt Büchner Wert darauf, dass sich ebenjener digitale „Spiegel“ und der Auftritt von „Spiegel Online“ deutlich voneinander unterscheiden – formal und was die Themensetzung angeht. Schließlich muss es im gedruckten und im digitalen „Spiegel“ etwas geben, für das die Abonnenten bezahlen und das die Nutzer von „Spiegel Online“ nicht umsonst bekommen. Für die Feinheiten dieses Plans hat Büchner ein Regelwerk aufgelegt, dass in den Ressorts und mit den Redakteuren in dieser Woche besprochen werden soll.

          „Wir wollen eine neue Ära des Miteinanders starten,“ sagt Büchner noch, und: „Ich würde mich freuen, wenn wir jetzt weniger über Risiken und Nebenwirkungen reden, sondern über die Chancen, die uns die Digitalisierung bietet.“ Die allerdings hatten Büchners Vorgänger beim „Spiegel“, die Chefredakteure Mathias Müller von Blumencron (der inzwischen Chefredakteur Digitale Medien dieser Zeitung ist) und Georg Mascolo auch schon recht weitgehend ausgelotet, wenn nicht weitgehender.

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