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Neuausrichtung des Verlags : Gesellschafter befürworten Büchners „Spiegel 3.0“

Unterstützung von den Gesellschaftern: Wolfgang Büchner Bild: dpa

Wolfgang Büchner kann sein Projekt „Spiegel 3.0“ fortsetzen. Alle Gesellschafter des Verlags stellten sich hinter den umstrittenen Plan des Chefredakteurs. Nun muss er die Redaktion überzeugen.

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          Die Gesellschafter des „Spiegel“ unterstützen den vom Chefredakteur Wolfgang Büchner und dem Verlagsgeschäftsführer Ove Saffe vertretenen Plan für einen „Spiegel 3.0“. Das teilten sie in einer gemeinsamen Erklärung am Freitagabend mit. Es finde „die Unterstützung aller Gesellschafter“, heißt es.

          Michael Hanfeld
          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Doch es gibt einen zweiten Punkt: Man nehme „die Sorgen ernst, die aus Redaktion und Dokumentation des ,Spiegel` in den vergangenen Tagen geäußert wurden“. Man begrüße es, „dass die Chefredaktion und die Geschäftsführung das Projekt ,Spiegel 3.0` in enger Zusammenarbeit mit den Redaktionen von ,Spiegel` und ,Spiegel Online` verwirklichen wollen, sowohl was die Umsetzung als auch was den Zeitablauf angeht“. Das heißt im Klartext: Der Chefredakteur Büchner und der Geschäftsführer Saffe haben grünes Licht für den großen Digitalisierungsplan, müssen aber die Redaktion hinter sich bringen.

          Wie das geschehen soll, ist die große Frage. Schließlich hatten am Donnerstagabend 86 Prozent der „Spiegel“-Redakteure in einer Resolution den Vertretern der Mitarbeiter KG mit auf den Weg gegeben, dass man Büchners Plan ablehnen solle – was zugleich bedeuten würde, dass man den Chefredakteur in die Wüste schickte. Allerdings hatten die Vertreter der Mitarbeiter KG am Freitag auch eine zweite Petition in ihrem Postfach gefunden. Die stammte von den „Spiegel Onlinern“ und besagte, dass man Büchner und dessen Digitalkurs sehr wohl unterstützen solle. Es war und ist alles ein Hauen und Stechen.

          Die Entscheidung der „Spiegel“-Gesellschafter - das sind neben der Mitarbeiter KG mit Stimmanteilen von 50,5 Prozent der Verlag Gruner + Jahr mit 25,5 Prozent und die Erben Rudolf Augsteins mit 24 Prozent -, fiel einstimmig, was schon einmal sehr erstaunlich ist. Sie erscheint als salomonisch, ist aber vor allem als konstruktives Misstrauensvotum zu verstehen. In der Erklärung ist von „der Chefredaktion“ die Rede, nicht vom „Chefredakteur“, an dem sich ein Großteil der Redaktion des gedruckten „Spiegel“ reibt. Seinen Plan unterstützen die Gesellschafter – inklusive der umstrittenen Neuberufung der Ressortchefs, doch ist es Wolfgang Büchner aufgegeben, sich darüber mit der Redaktion ins Benehmen zu setzen. Angesichts der herrschenden Fronten erscheint das als einigermaßen unmögliches Unterfangen. Der „Spiegel“ hat also einen Plan. Wie der umgesetzt wird, das bleibt ein Geheimnis.

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