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Psychopathische Blender : Süchtig danach, andere zu täuschen

Verstörend selbstverliebt: Tahar Rahim als Charles Sobhraj und Jenna Coleman als seine Geliebte Marie-Andrée Leclerc in der Netflix-Serie „Die Schlange“, die von den Morden an Hippies, dem Leid der Angehörigen und langwierigen Prozessen erzählt. Bild: BBC/© Mammoth Screen

Bei Netflix läuft die Serie „Die Schlange“. Sie handelt von einem Mörder, der in den Siebzigern Urlauber tötete. Warum schauen wir uns das an? Ein Gespräch mit dem Psychiater Henning Saß über die Vorhersehbarkeit von Psychopathen.

          5 Min.

          Herr Saß, erinnern Sie sich noch an den Fall von Charles Sobhraj, der vor vierzig Jahren in Südostasien mindestens ein Dutzend Rucksacktouristen tötete?

          Elena Witzeck
          Redakteurin im Feuilleton.

          Zum Zeitpunkt seiner Festnahme und Verurteilung in den siebziger Jahren hatte ich schon begonnen, Gutachten zu schreiben. Ich habe mich aber damals nicht mit der Geschichte befasst.

          Können Sie dennoch verstehen, dass wir uns jetzt, Jahrzehnte später, gebannt eine Netflix-Serie über das Leben dieses Serienmörders ansehen und jedes Interview nachlesen, das er gegeben hat?

          Lebensgeschichten wie die von Charles Sobhraj sind aufsehenerregend und ungewöhnlich. Mit dem eigenen Leben haben sie keinerlei Berührungspunkte. Sie erscheinen uns zunächst überhaupt nicht nachvollziehbar. Natürlich ist es verständlich, dass man sich dafür interessiert. Diese Fixierung entspringt einem gewissen Interesse an Sensation.

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